Der Klimawandel ist nicht so schlimm. Oder: Wir Makler geben Menschen Obdach. Was für ein Bullshit. Genau! Darum ging es beim Slammen. Martina Preiner war dabei und sie hat trotz all dem Trash noch was gelernt.

Das Ganze funktioniert so: fünf bis zehn Teilnehmer, Jeder hat neun Minuten für sein Thema - also Bullshit. Die Leute im Publikum haben Nummern mit Ziffern von eins bis zehn. Wenn der Slammer fertig ist, stimmen sich die Zuhörer in kleinen Gruppen ab und entscheiden: eins bedeutet unterirdisch, zehn ist großes Lob.

Die Bullshit-Slammer in Köln packten den Klimawandel aus. Also: Den Eisbären geht es doch gut und der Klimawandel hilft gegen die Eiszeit. Dann ging es noch um die islamistische Verschwörung, Vegetarismus, Immobilienmakler, Esoterik.

"Neutrino-Healing spürt Schmerzen auch dort, wo ihr sie noch nicht spürt. Es sind feinstoffliche Schmerzen. Und die werde ich jetzt wegmachen. Da laufen ja gleich zwei Meridiane vom rechten Auge in den linken Fuß."
Max Rauner, Wissenschaftsjournalist und Bullshit-Slammer

Bislang war nach dem Poetry-Slam ja eher der Science-Slam angesagt. Da ging es darum, über Wissenschaft zu quatschen. Und das Publikum bekam Unterhaltung plus noch etwas Wissen.

Aber auch beim Bullshit-Slam kann man was lernen. "Im Journalismus, um ehrlich zu sein, übernimmt man schon auch Worthülsen und Ausdrücke von Wissenschaftlern", sagt Martina. Wenn man im Publikum sitzt und so Sätze hört wie "Doch ob sich das Verfahren wirklich durchsetzt, muss die Zukunft zeigen", dann geht der Bullshit-Alarm an. "Vielleicht lasse ich beim nächsten Mal so ne Floskel weg", sagt Martina.