Die Züricher Musikerin Daniela Weinmann alias Odd Beholder im Weihnachtsinterview mit Deutschlandfunk Nova.

Weihnachten mag Daniela Weinmann durchaus. Das weihnachtliche Gefühl kommt für die Schweizerin allerdings nicht so sehr durch bestimmte Dinge, Tätigkeiten oder gar Objekte, die zu den Festtagen etwa dazugehören: "Es ist ein Weihnachts-Must-Be, nicht ein Weihnachts-Must-Have. Man muss in diesen Zustand kommen, das ist wichtig."

"Ah, es ist wirklich hoffnungslos, meine melodramatische Ader."
Daniela Weinmann alias Odd Beholder

Der Gedanke mag abstrakt wirken, tatsächlich aber "zelebriert" Daniela erklärtermaßen ihren Hang zum Melodramatischen. Ihre Musik veröffentlicht sie unter dem Namen Odd Beholder, im zurückliegenden Sommer erschien ihr zweites Album.

Wenn man sich ihren atmosphärischen Art Pop anhört, kann man nachvollziehen, dass ihr dieses gewisse weihnachtliche Übermaß an Emotionalität eher nahe liegt.

Die fehlende weibliche Perspektive

Bei aller weihnachten Ergriffenheit vergisst Daniela Weinmann jedoch nicht ihre kritische Sicht auf die Musikszene, in der Frauen noch immer unterrepräsentiert sind. Alle Menschen mögen Musik, "die etwas mit uns zu tun hat und die uns widerspiegelt." Da in der Welt der Musik aber weiterhin überwiegend Männer aktiv sind, stellt sie als Frau fest: "Ein Teil meiner menschlichen Erfahrung ist darin nicht abgebildet."

"Da wo mein Herz ist, ist nicht unbedingt Geld im Spiel."
Daniela Weinmann alias Odd Beholder

Eine Erfahrung, die viele Musikschaffende gleich welchen Geschlechts teilen, ist die Herausforderung des Lebensunterhalts. Kannst du von deiner Musik leben? Daniela hat auf die Standardfrage eine unkonventionelle Antwort. Sie findet es falsch, "dass wir diesen Geldwert brauchen als Übersetzung, dass das etwas Richtiges ist."

Ihre Musik ist reine Leidenschaft, dient keinerlei ökonomischen Zwecken. Für Odd Beholder ist es der richtige Weg, "weil ich dann die künstlerische Freiheit habe das zu machen, was mir wichtig ist als Künstlerin."