Indiegames und Geheimtipps – schön und gut. Bitte nicht die Blockbuster vergessen: "Death Stranding" ist so einer – spielen ist Nebensache, gucken steht im Mittelpunkt.

Millionen Fans haben seit rund drei Jahren ungeduldig auf "Death Stranding" gewartet, jetzt ist das Spiel von Designer Hideo Kojima fertig – erstmal für die Playstation und im Sommer 2020 dann für PC.

Hideo Kojima macht seit mehr als 30 Jahren Computerspiele – am bekanntesten ist seine Reihe "Metal Gear Solid". Bescheidener ist er mit der Zeit nicht geworden, findet unser Gamingreporter Thomas Ruscher.

Selbstbewusster Designer

Hideo Kojima sieht "Death Stranding" als vorläufigen Abschluss einer Entwicklungslinie, die bei den Filmpionieren Lumière anfängt und über den Spieleklassiker "Pong" bis in die Gegenwart verläuft. Das stellte der Spieledesigner bei einer Podiumsdiskussion klar. In den Credits von "Death Stranding" wirkt es außerdem so, als wären Idee, Drehbuch, Regie, Story und Gameplay ziemlich allein von ihm.

"Hideo Kojima findet alles, was er macht schon sehr, sehr wichtig. Für ihn ist "Death Stranding" schon ein richtige Meilenstein."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Gamesexperte

Die Stimmung in "Death Stranding" ist vor allem düster. Die Menschheit ist dem Untergang geweiht – genauer die USA. Die Welten der Lebenden und Toten haben sich vermischt. Es gibt nur noch einige hunderttausend Menschen, die über Nordamerika verteilt sind und in Siedlungen leben –in der Wildnis außerhalb ist das Leben extrem gefährlich. Wie das Gameplay aussieht, zeigt der folgende Trailer:

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Kreaturen aus der Totenwelt machen der Hauptfigur das Leben schwer und die muss als Postbote leider, leider Päckchen austragen. Zum Glück bekommt Paketbote Sam von seiner Kollegin einen größeren Auftrag: die USA als United Cities of America zu retten und zu vereinen. Sam muss also auch ein bisschen mit Gespenstern kämpfen, vor allem aber muss er ausweichen, fliehen und schleichen.

Das Spiel ist unkonventionell, merkwürdig und oft auch ziemlich bizarr, findet Thomas. Da gibt es ungeborene Babys, die die Toten erkennen können und von Sam herumgetragen werden. Es gibt Zeitregen, der alles sofort altern lässt.

"Sam trägt einen Kanister vor dem Bauch, darin schwimmt ein ungeborenes Baby herum. Damit kann Sam die Totenwelt sehen."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk-Nova-Gamesexperte

In eine Gattung lässt sich "Death Stranding" nicht einordnen. Vor allem geht es Hideo Kojima wohl darum, seine sehr fantastische Science-Fiction-Geschichte zu erzählen. Das Spiel ist sehr filmisch gemacht. In vielen Szenen können die Spielenden nur zugucken. Die ersten vier Stunden Spiel bestehen aus drei Stunden Film.

Das zeigt sich auch im Cast: Mads Mikkelsen ist dabei, die Regisseure Guillermo del Toro und Nicolas Winding Refn und Léa Seydoux. Passenderweise hat Hideo Kojima angekündigt, dass seine Spielefirma "Kojima Productions" von nun auch an Filmen mitarbeiten will.