Es ist heiß in Deutschland. Aufgrund des Klimawandels könnte es in Zukunft sogar noch extremer werden, sagt der Umweltjournalist Werner Eckert. Aufgrund der Hitzerekorde der vergangenen Jahre könne auch nicht von mehr Erwärmung gesprochen werden, sondern von Erhitzung. Noch könne die Menschheit die Höhe des globalen Temperaturanstiegs beeinflussen.

So heiß wie am Wochenende in Trier war es dieses Jahr noch in keiner anderen Stadt in Deutschland. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wurden an einer Messstation in der Stadt ganze 38,6 Grad gemessen.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Und es sieht so aus, als müssen wir uns an solche Extremtemperaturen gewöhnen. Auf lange Sicht könnte es sogar noch wärmer werden, sagt Werner Eckert, Umweltjournalist beim Südwestrundfunk. Realistischere Berechnungen gehen von einem Anstieg der Jahresdurchschnittstemperatur bis Ende des Jahrhunderts von vier bis fünf Grad aus, so der Journalist. Gemessen an der derzeitigen Durchschnittstemperatur von ungefähr zehn Grad hierzulande sei das immens.

"Wir haben eine Jahresdurchschnittstemperatur um die zehn Grad. Da sind vier oder fünf Grad mehr eine Welt."
Werner Eckert aus der Umweltredaktion des SWR

Dürre, Überschwemmungen, Unwetter etc. - welche Folgen der Temperaturanstieg konkret für Deutschland habe, sei schwer zu prognostizieren, da es regional Unterschiede geben werde.

Klimamodelle: Größte Unsicherheit bei Niederschlägen

Insgesamt sei im Frühjahr aber mit zunehmenden Trockenphasen zu rechnen. Das sei vor allem für die Landwirtschaft und das Pflanzenwachstum ein großes Problem, so Werner Eckert. Regional gebe es weiterhin Tendenzen zu Starkregen im Sommer - Wasser, das den Pflanzen und Bäumen jedoch wenig helfen werde, da es kaum versickert, sondern oberflächlich schnell ablaufe. Und das führe zu Hochwasserwellen, meint der Journalist.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Die größte Unsicherheit in allen Modellen liege bei den Niederschlägen, sagt Werner Eckert. Grundsätzlich gelte: Je wärmer es ist, umso mehr Wasser ist in der Atmosphäre. Weniger regnen werde es daher kaum, nur die Verteilung der Regenmenge werde zum Problem.

Geringer Temperaturanstieg, gewaltige Veränderung

Doch mehr als die sommerlichen Hitzewellen im Süden seien vor allem die steigenden Wintertemperaturen im Norden der Erde ein Problem. Regional sei der Klimawandel schlimmer, als er in Durchschnittszahlen aussehe, so der Umweltexperte. So wurden zum Beispiel in Sibirien im Juli diesen Jahres 38 Grad gemessen.

"Der Klimawandel ist regional noch viel schlimmer, als er in Durchschnittszahlen aussieht."
Werner Eckert aus der Umweltredaktion des SWR

Ein Anstieg von beispielsweise ein bis drei Grad seien keine Peanuts, sondern Größenordnungen, die gewaltige Veränderungen mit sich bringen, sagt Werner Eckert. Aufgrund der aktuellen Messungen mit den vielen warmen Jahren seit der Jahrtausendwende könne auch nicht mehr von einer Erwärmung gesprochen werden, sondern von einer akuten Heißphase. Auch das Jahr 2020 könnte einen neuen Rekord aufstellen. Sicher sei aber schon jetzt, der Trend setzt sich fort, sagt Werner Eckert.

Abschied von fossilen Energien

Neuere Modelle zeigen, dass die Breite in der sich die Erderwärmung bewegt, nach oben und unten abgeflacht sei, so der Umweltjournalist. Mit Sicherheit werde es im Weltdurchschnitt einen Temperaturanstieg von mindestens eineinhalb Grad Celsius geben, aber wahrscheinlich auch nicht mehr als vier Grad. In diesem Bereich hätte die Menschheit Einfluss. Je eher wir etwa aus den fossilen Energien aussteigen würden, umso eher bleiben wir am unteren Rand der Schätzung, sagt Werner Eckert.