Der Landesarchäologe Henning Haßmann vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege über das schwierige Verhältnis von Archäologen und Sondlern.

"​Ein gefundener Nagel ist vielleicht kein Müll, sondern der Nagel aus einer römischen Sandale."
Dr. Henning Haßmann, Archäologe

Wo eine Sandale ist, sind vielleicht noch andere. Und wenn man die findet, dann weiß man vielleicht, ob man über einen Müllhaufen, eine Schusterei oder ein Schlachtfeld gestolpert ist. An der Grabungsstelle am Harzhorn kann man beispielsweise anhand der Lage der Fundstücke (Beispiel: Wie schräg stecken die Pfeilspitzen im Boden?) exakt eine bedeutende Schlacht zwischen Germanen und Römern nachvollziehen, so Haßmann.

Wenn jemand einen archäologischen Fund macht, dann muss er den melden, so der Archäologe.

"Wir können nicht zulassen, dass irgendwelche Leute irgendwas unsachgemäß aus dem Boden rupfen."
Dr. Henning Haßmann, Archäologe

Unter den Landesarchäologen hat Haßmann viele Kollegen, die in Sondengängern nahezu generell Raubgräber sehen. Er selbst verteufelt die Hobby-Schatzsucher nicht, sondern propagiert eine konstruktive Zusammenarbeit mit ihnen.

"Nutzbare Schwarmintelligenz"

Es handele sich um eine "nutzbare Schwarmintelligenz", die die professionellen Archäologen durchaus ehrenamtlich unterstützen könne. Das ganze müsse nur eben sinnvoll gesteuert werden. Wichtig sei es, die Sondengänger zu sensibilisieren.

"Die Hobby-Archäologen tragen eine Verantwortung für das kulturelle Erbe."
Dr. Henning Haßmann, Archäologe

Fundstücke sind wertvolle zeithistorische Quellen. Sie gehören nicht dem Finder, sondern der Allgemeinheit. Im schlimmsten Fall zerstört der Laie die Schätze sogar, so dass sie wissenschaftlich nicht mehr auszuwerten sind. Haßmann will den Konflikt zwischen Archäologen und Schatzsuchern gerne befrieden und Verständnis füreinander schaffen. Anders sei das Problem nicht in den Griff zu bekommen.

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