Christopher zockt liebend gern und trifft sich regelmäßig mit seinen Kumpels online. Seine Freundin ist von dem Hobby und von Christophers aufkommenden Egoismus ziemlich genervt – bis sie eine gemeinsame Lösung finden.

Der Sonntagabend ist bei Christopher immer reserviert für Egoshooter-Zocken mit seinen Kumpels und seinem Bruder. Währenddessen tauschen sie sich auch über ihr Leben aus, was Christopher besonders während der Corona-Pandemie wichtig ist.

"Das ist schon anstrengend, weil man unter Strom steht – aber wenn sich die Anstrengung löst, weil man gewonnen hat, dann ist das unglaublich befriedigend."
Christopher über das Zocken mit seinen Freunden

Christophers Freundin ist bei seinem Hobby raus. "Ich habe es ausführlich versucht zu erklären – auch, wenn sie nicht danach gefragt hat", meint Christopher. Irgendwann hätte sie seine Leidenschaft fürs Zocken akzeptiert, selber spielen möchte sie aber nicht.

Dabei ist es Christopher selbst unangenehm, wenn seine Freundin ihm beim Zocken zuschauen würde – sie musste sogar schon mal die Wohnung verlassen, während er gezockt hat.

Wenn jemand einem zusieht und nicht über das Spiel im Bilde ist, sähe das "behämmert" aus, begründet Christopher. "Das ist schon peinlich, wenn ich mich so richtig ärgere", meint der Gamer und sagt selbst, dass er in wichtigen Spielsituationen auch mal laut wird. "Das ist dann total unverhältnismäßig."

Christopher wird beim Zocken laut – seine Freundin findet das ätzend

Als seine Freundin während der Corona-bedingten Ausgangsbeschränkungen im Frühling für eine Weile bei Christopher wohnt, verschärft sich die Situation: "Wenn sie sich sonntagabends ins Schlafzimmer verkrochen hat, hat sie mir per WhatsApp geschrieben: Wie laut kann man sein? Geht’s was leiser?", beschreibt Christopher.

"Was sie ziemlich blöd fand war, als ich einmal reinkam und meinte: Könntest du aus dem WLAN rausgehen?", erinnert sich der Gamer. Das Internet hatte offenbar nicht für Christophers Spiel und den Streaming-Film seiner Freundin ausgereicht. "Das ist natürlich total egoistisch von mir", gesteht Christopher.

Feste Zeiten für unliebsame Hobbys führen zu mehr Akzeptanz

Zu einem größeren Konflikt ist es nicht gekommen, weil das Zocken auf ein bestimmtes Zeitfenster beschränkt ist, vermutet Christopher: "Solange es nur Sonntag ist und ich sie nicht dreimal die Woche plötzlich versetze, weil ich stattdessen lieber zocken will, ist sie cool damit."

Zeit zu zweit ist auch noch reichlich da, beteuert Christopher. "Sollte sie für das Zocken auf der Strecke bleiben, würde ich selber sagen: Das wird langsam zum Problem." Dazu soll es nicht kommen, sagt er.

"Man sollte nicht darauf setzen, dass der Partner oder die Partnerin das unbedingt verstehen muss."
Christopher über Hobbys und Beziehungen

Wenn der Partner oder die Partnerin das Hobby des Gegenübers nicht nachvollziehen kann, ist Christopher überzeugt, dass Kommunikation das wichtigste Lösungsmittel ist. Außerdem sei es hilfreich, "sich gegenseitig Freiräume zu lassen, aber das Verständnis des anderen auch nicht überzustrapazieren", sagt der Gamer.

Inzwischen reicht das WLAN sowohl für das Spiel als auch gleichzeitiges Streamen aus – darum hat sich Christopher vor einem Umzug bemüht. Außerdem hat Christophers Freundin eine eigene Sonntagabend-Beschäftigung gefunden: Sie schaut inzwischen liebend gerne Tatort.