Die Bilder aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind dramatisch: Das Hochwasser hat sich dort zu einer Flut-Katastrophe entwickelt. Alle, die jetzt helfen möchten, sollten das über Spenden machen. Auf keinen Fall sollten freiwillige Helfer eigenständig in die Risikogebiete fahren.

Einen Tag nach den unwetterartigen Regenfällen vom 14. Juli zeigt sich in manchen Städten das Ausmaß, das die Wassermassen verursacht haben: Häuser wurden zerstört, Autos und Lkws haben die Fluten mitgerissen, ganze Dörfer liegen in Trümmern.

Laut des rheinland-pfälzischen Innenministeriums gibt es mittlerweile 60 Tote, Nordrhein-Westfalen hat bislang über 40 Tote gemeldet. Die unwetterartigen Regenfälle hätten zu einer Flut-Katastrophe historischen Ausmaßes geführt, sagte der nordrhein-westfälischen Ministerpräsident Armin Laschet.

Jetzt: Spenden, nicht mitanpacken

Viele haben jetzt den Impuls, den Menschen vor Ort zu helfen und bei den Aufräumarbeiten mit anzupacken. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es für Hilfe vor Ort durch Freiwillige allerdings noch zu früh, betont Pressesprecher Michael Walsdorf vom Technischen Hilfswerk in Rheinland-Pfalz (THW).

Vielerorts würden freiwillige Helfer die Einsatzkräfte behindern. Hinzu kommt, dass einige Straßen und Brücken nicht befahrbar sind und die verbliebenen Wege für die professionellen Hilfskräfte freibleiben sollten.

"Im jetzigen Einsatzfortlauf – wir sind immer noch bei der Evakuierung von Menschen – würden zusätzliche Menschen, die helfen wollen, eigentlich nur die Arbeiten der Einsatzkräfte vor Ort behindern."
Michael Walsdorf, Technischen Hilfswerk in Rheinland-Pfalz (THW)

Zumal sich die Katastrophe teilweise noch verstärkt. In Erftstadt bei Köln zum Beispiel sind am Freitagmorgen (16.07.2021) noch weitere Häuser eingestürzt, die von den Wassermassen unterspült wurden. Ähnlich drohen Brücken und Deiche einzustürzen. Etliche Anwohnerinnen und Anwohner werden daher noch weiter evakuiert. Für Freiwillige könnte eine gut gemeinte Hilfsaktion lebensgefährlich enden.

Kommunen und lokale Träger informieren

Der Pressesprecher vom THW rät deshalb deutlich davon ab, von außen in die jeweiligen Katastrophengebiete zu kommen. Wann Hilfe durch Freiwillige gebraucht wird, kommunizieren auch die jeweiligen Kreise und Städte auf ihren Seiten. Sie koordinieren und vermitteln alle weiter, die vor Ort mit anpacken möchten. Zusätzlich gibt es Anlaufstellen vom Deutschen Roten Kreuz oder kirchlichen Trägern wie der Diakonie.

Viele der lokalen Organisationen und Initiativen sammeln gerade vor allem Spenden in Form von Geld oder etwa Kleidung, Hygieneartikeln und ähnlichem für die Betroffenen. Sie informieren auf ihren Webseiten und Social-Media-Kanälen darüber.

Manche Menschen hätten nur noch die Klamotten, die sie am Tag der Katastrophe getragen haben - mehr nicht, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Caro Bredendieck.

"Manche Menschen haben nur noch die Klamotten, die sie am Leib tragen plus vielleicht ein paar Sachen, die sie schnell zusammengepackt haben."
Caro Bredendieck, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Bei Spenden sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass es seriöse Spendenkonten sind. Hier gibt es eine Liste des WDR, die einige Konten aufgelistet hat.

Für Menschen, die jemanden vermissen, hat die Polizei für Rheinland-Pfalz die Nummer 0800-6565651 eingerichtet.