Wie können sich alle Menschen, die zusammen in einer Stadt leben, wohlfühlen - mit und ohne Migrationshintergrund? In Heidelberg hat Jagoda Marinić mit dem "Interkulturellen Zentrum" eine Antwort gefunden.

Die Schriftstellerin und Integrationsexpertin Jagoda Marinić wurde als Tochter kroatischer Einwanderer in Deutschland geboren. Sachlich und doch bewegt erzählt sie, wie deutsche Bürokraten einmal nicht weiterwussten und deshalb die Gruppe der Menschen "mit Migrationshintergrund" erfunden haben - aus rein statistischen Zwecken. Und wie dieser Begriff dann Einzug in die Gesellschaft gehalten hat.

Echte Integrationspolitik

Vor Jahren hat Jagoda Marinić in Heidelberg damit begonnen, die Verwaltung von Ausländern in eine gelebte Willkommenskultur zu überführen. Die Ausländerbehörde heißt deshalb dort inzwischen "Interkulturelles Zentrum"

"Wir wollen keine Mehrheitsgesellschaft mehr, die über uns richtet und sagt, ab wann wir integriert sind."
Jagoda Marinić, Interkulturelles Zentrum Heidelberg

Statt auf dem Flur allein und angstbesetzt zu warten, bietet das Zentrum den Besuchern eine Tasse Kaffee und Gespräche nicht nur unter Gleichgesinnten. Die Integrationspolitik geht in Heidelberg ganz andere Wege - mit Erfolg. Heidelberg könnte für andere Kommunen zum Vorbild werden in puncto Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.

Die Journalistin und ORF-Moderatorin Renate Schmidtkunz spricht im Hörsaal mit Jagoda Marinić über ihr Konzept der Integrationspolitik. Das Gespräch fand im Rahmen der "Tage der Utopie" am 27. April 2017 in der österreichischen Stadt Götzis statt.