Die Angst vor Fremden ist uns angeboren. Daraus muss nicht unweigerlich Fremdenhass entstehen. Wie sich die Angst umdrehen lässt, diskutieren Elke Geenen und Borwin Bandelow im Hörsaal.

Die Soziologin Elke Geenen und der Angstforscher Borwin Bandelow erklären, wie Fremdenfeindlichkeit entsteht und wie daraus Fremdenhass wird. Unter dem Titel "Wer hat Angst vorm fremden Mann?" haben die Experten gleich zu Beginn auf einen uralten Satz des italienischen Komödiendichters Titus verwiesen: 

"Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, kein Mensch, solange er nicht weiß, welcher Art der andere ist."
Titus Maccius Plautus, römischer Dichter

Borwin Bandelow erklärt ausführlich, dass uns Ängste angeboren sind. So auch die Angst vor Fremden, die uns zu Urzeiten noch geschützt hat und immer dann nützlich war, wenn in unserer Nähe fremde Lebewesen auftauchten, die uns bedrohten.

"Ängste entstehen in einem primitiven Teil des Gehirns, das keinen Hochschulabschluss hat."
Borwin Bandelow, Angstforscher

Doch genau das ist das Problem heute. Die vernunftgesteuerten Teile des Gehirns kommen gegen diese Urängste nur sehr bedingt an. Die Fachwelt verwendet einen eigenen Begriff für das Phänomen: Xenophobie.