Die Corona-Zahlen steigen in Deutschland rasant. Bei Jugendlichen liegt die Inzidenz bereits bei über 300. Wie sich das auf die Situation an Schulen auswirkt, erklärt Moritz Meusel, Landesschülersprecher in Bayern.

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt bundesweit, in der Altersgruppe der zehn- bis 14-Jährigen liegt sie bei über 350 (Stand: 9.11.2021). Das wirft die Frage auf, ob Schulen weiter geöffnet bleiben sollen. Die mögliche Ampel-Koalition will es dabei belassen. Auch die Bundesländer planen noch keine Schließungen. Doch die Infektionsgefahr bleibt, ebenso wie das Recht auf Bildung.

"Es ist wieder ein Flickenteppich in Deutschland. Zumindest in Bayern gilt: Bitte Masken auf und in der Schule testen. Wir hoffen natürlich, dass die Schulen offenbleiben."
Moritz Meusel, Landesschülersprecher in Bayern

Moritz Meusel geht in Bamberg zur Schule. Er ist 19 und Landesschülersprecher. In Bayern, erzählt er, gelte wieder die Maskenpflicht an den Schulen. Luftfilter hingegen seien nicht flächendeckend vorhanden. Dabei hatte Ministerpräsident Markus Söder diese zumindest für sein Land angekündigt.

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Corona-Schutzimpfung – nur ein Teil der Lösung

Im Vergleich zum Vorjahr sei aber eine Sache anders, sagt der 19-Jährige. Es gebe eine Impfung. Auch Kinder ab 12 Jahren können sich laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) seit dem Spätsommer impfen lassen.

Grundsätzlich findet Moritz Meusel es gut, möglichst viele Menschen zu impfen – auch an Schulen. Trotzdem sei es "total schwierig", das eigentliche Problem auf die Jüngsten abzuschieben, die sich zum Teil noch gar nicht impfen lassen dürfen. Gemeint sind die unter 12-Jährigen. Vor allem müssten alle Erwachsenen, denen schon lange ein Impfstoff zusteht, davon Gebrauch machen.

"In Bayern haben wir an Schulen wieder Maskenpflicht. Das finde ich sinnvoll, denn die Maske schützt nicht nur vor Corona, sondern auch gegen die Grippe, die gerade rumgeht."
Moritz Meusel, Landesschülersprecher in Bayern

Vorwurf an die Politik

Moritz Meusel ist enttäuscht von der Politik. Dass man ausgrechnet im Wahlkampf vor der Bundestagswahl eine bessere Bildungspolitik versprochen habe, dessen sei er sich bewusst gewesen. Doch insgesamt habe sich für die Schülerinnen und Schüler seit letztem Jahr in Sachen Corona nichts geändert. Oder um es in Schul-Rhetorik auszudrücken: Die Politik hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht.