Ein Törn wie ein Albtraum: Holger Sander soll ein Boot nach Australien überführen. Doch erst kommt ein Sturm. Und dann eine Rettung, die für ihn zur eigentlichen Katastrophe wird.

Pazifik, irgendwo zwischen Neukaledonien und der Ostküste Australiens. Zwei Männer auf einem Katamaran. Einer davon ist Holger Sander. Irgendwie ist er dort, im Oktober 2010, zur falschen Zeit am falschen Ort. Ein Sturm bricht los, das Schiff wird beschädigt.

"Es war sehr heftig am Wehen und haushohe Wellen."
Holger Sander

Erst nach Tagen beruhigt sich das Wetter. Holger und sein Skipper sind erschöpft. Beide haben kaum geschlafen. Holger hat seine Brille verloren - unter den Kontaktlinsen entzündete Augen. Dann kommt endlich ein Schiff. Es bringt beide Männer in Sicherheit. Doch es ist nicht die Seenotrettung, es ist der australische Zoll. Und der beschuldigt Holger des Drogenschmuggels.

Ein Mann mit Hund auf einem Boot.
© Holger Sander
Holger und seine Hündin Govy im Jahr 2005.

Seit diesem Tag sitzt Holger, ehemals Skater und Surfer, in Brisbane im Gefängnis. Und jeden Samstag telefoniert er mit seiner Schwester in Bergisch-Gladbach, die wie viele andere an seine Unschuld glaubt und ihn unterstützt.

Rettungslos ausgeliefert

Bei Holger und seinem Mitsegler wurden keine Drogen gefunden. Das Kokain lag auf einem anderen Schiff. Belastende DNA-Spuren wurden nicht sichergestellt. Verfahrensfehler und Ungereimtheiten begleiten den Prozess. Holger sagt heute:

"Das geht halt seinen Lauf. Die dürfen jeden beschuldigen. Und die müssen beweisen, dass das richtig ist. Na gut, jetzt kann man natürlich alles diskutieren. Wir waren halt nicht in der Lage, das denen anders weiß zu machen."
Holger Sander

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