Manch einer zitterte schon um seine Lieblingsserie: In den USA stand ein Streik der Drehbuch-Autoren kurz bevor. Die Folge hätten Produktionsstops und Verzögerungen sein können. Am Ende einigten sich Autoren und Produzenten dann doch.

Der bisherige Vertrag der Writers Guild, also der Autorengewerkschaft, und der Filmindustrie läuft aus. Hätten sich die Parteien nicht auf einen Folgevertrag einigen können, dann wären die Autoren schon bald in den Streik getreten. "96 Prozent der gewerkschaftlich organisierten Autoren haben im Vorfeld für Streiks gestimmt", erklärt Tom Westerholt, Moderator und Filmexperte bei Deutschlandfunk Nova, noch vor der Einigung am Dienstagmittag.

Weniger Episoden, weniger Kohle

Den Autoren ging es um klassische Vertragsthemen wie etwa Krankenversicherungsleistungen, aber natürlich auch mehr Geld. Aus der Luft gegriffen sind die Forderungen der Autoren nicht, sagt Tom Westerholt. Denn die TV-Autoren werden in der Regel nach Folgen bezahlt. Die Sender ordern heute jedoch deutlich weniger Folgen pro Staffel: Oft sind es nur um die 10, statt mehr als 20 damals. Da aber nicht mehrere Staffeln produziert werden, sind die Pausen zwischen den Einsätzen deutlich länger, Umsatzeinbußen programmiert.

Von 10 auf 6 Episoden runtergedampft

Ein gutes Beispiel ist Game of Thrones. Hatten die ersten Staffel noch zehn Folgen, werden die nächsten beiden nur sieben und sechs Episoden haben. Das Problem für die Autoren dabei: Oft sind sie an bestimmte Sender gebunden. 

Zuletzt streikten die Autoren 2007 ganze drei Monate lang. Mit Millionen Dollar Verlusten für die Sender und Studios. Betroffen sind nicht nur Langzeitprojekte wie Kinofilme, wo das Drehbuch zumeist schon sehr genau steht, bevor überhaupt gedreht wird. Hart wäre ein Streik für laufende Serien und auch Shows geworden, die jede Woche laufen und zum Teil aktuell produziert werden müssen. Auch hier sind die Gag-Schreiber hinter der Show freie Autoren.

"Du musst dir vorstellen, rund 12.000 Autoren sagen von jetzt auf gleich: Wir schreiben kein Wort mehr."
Tom Westerholt, Deutschlandfunk Nova