Claudia Schröder lebt seit 16 Jahren in Texas und hat mehrere Hurrikanes erlebt. Harvey, sagt sie, war der schlimmste.

Claudia Schröder kommt aus Deutschland, lebt aber seit 16 Jahren in Houston. Houston ist die viertgrößte Stadt in den USA und liegt in Texas nah am Golf von Mexiko. Claudia hat hier ihren Job und ihre Familie - ans Wegziehen denkt sie nicht. Es gibt häufiger Tropenstürme, aber Harvey war einfach zu viel des Guten, sagt Claudia.

"Mehrere Duschen muss man sich vorstellen. Das ist wie ein Wassereimer, der über Dich hinwegfegt und das über mehrere Stunden."
Claudia Schröder lebt in Houston

Claudia Schröder lebt im Norden von Houston. Sie erzählt, dass es weiterhin regnet, allerdings ist der Regen heute etwas leichter geworden. Die Nacht vom 26. auf den 27. August war für Claudia die schlimmste. Da hatte sich die Straße vor dem Haus zum Fluss entwickelt. Sie und ihr Mann haben dann Möbel und Teppiche in den zweiten Stock geräumt.

Weiße Bettlaken: Wir brauchen Hilfe!

Menschen, die Boote haben, wurden aufgefordert, es zur Verfügung zu stellen. Tag und Nacht arbeiten die Rettungsmannschaften. Denn noch immer sitzen viele Menschen in ihren Häusern oder zum Teil auch auf ihren Häusern fest. Menschen, die Hilfe brauchen, sollen weiße Bettlaken oder Handtücher raushängen. Inzwischen gibt es etwa zehn Auffanglager für die Gestrandeten.

"Es war dramatisch, wie sich dieser Monstersturm einfach nicht weiterbewegt."
Claudia Schröder lebt in Houston
Claudia Schröder kommt aus Deutschland und lebt seit 16 Jahren in Houston, Texas.

Der letzte große Sturm, den Claudia miterlebt hat, ist 2008 über Houston gefegt. Der Sturm hieß damals "Ike" und war kurz und heftig, erinnert sich Claudia: "Der kam eine Nacht und am nächsten Morgen konnte man sich wieder erholen und das Ausmaß ansehen."

Claudia Schröder macht sich seit längerem Gedanken darüber, was in den USA aus den großen Städten wird, die direkt am Wasser liegen – Houston, New York, Los Angeles. Sie selber ist Wissenschaftlerin und sagt: "Ich glaube ganz stark an die globale Erderwärmung." Deswegen ist sie auch sehr gespannt, was Präsident Donald Trump bei seinem Besuch im Katastrophengebiet sagen wird.

Marc Hoffmann, Korrespondent in den USA
"Man kann nicht sagen, wo das enden wird. Man schaut hier von Stunde zu Stunde."

Präsident Donald Trump und seine Frau Melania wollen am 29. August die Katastrophenregion besuchen. Sie werden allerdings nicht direkt nach nach Houston reisen. Die Einsatzkräfte haben davon abgeraten. Vermutlich würde so ein Präsidentenbesuch die Rettungsarbeiten eher behindern als nützen.