• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

HP-Viren können bei Männern und Frauen unter anderem Krebs auslösen. Es ist möglich, sich dagegen impfen zu lassen, aber viel zu wenige tun das.

In den letzten Monate hatten wahrscheinlich die meisten von uns mal wieder ihren Impfpass in der Hand. Und sind dabei vielleicht über die HPV-Impfung gestolpert. Vielleicht aber auch nicht.

HPV-Infektionen sind weit verbreitet

HPV ist die Abkürzung für "Humane Papillomviren". Bisher sind mehr als 200 verschiedene Virustypen bekannt - manche von ihnen sind gefährlicher, manche ungefährlicher. Infektionen mit diesen Viren gehören zu den weltweit häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten.

Auf HPV sollte dringend mehr Aufmerksamkeit gelegt werden, sagt Maggie-Banys Paluchowsky, leitende Oberärztin der Frauenklinik vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein.

"Besonders junge Menschen haben HPV gar nicht auf dem Schirm. Viele haben noch nie davon gehört."
Maggie-Banys Paluchowsky, Gynäkologin

Ungefähr 80 Prozent aller sexuell aktiven Menschen machen mindestens einmal in ihrem Leben eine HPV-Infektion durch. HP-Viren können unter anderem Gebärmutterhalskrebs auslösen.

HP-Viren können bei Männern und bei Frauen Krebs auslösen

Sie sind aber tatsächlich nicht nur für Frauen sondern auch für Männer gefährlich. Weil sie unter anderem Feigwarzen auslösen können. In manchen Fällen sind diese Warzen unangenehm, aber gut behandelbar. HPV können aber auch bei Männern zu Krebs führen. Zum Beispiel am Penis, im Analbereich oder auch im Hals-Rachen-Raum.

Das Gute: Es gibt eine Impfung gegen HP-Viren, die sehr gut wirkt. Das Problem: In Deutschland sind aktuell noch viel zu wenige Menschen gegen HPV geimpft. Das sagt Anja Potthoff, Ärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten im Zentrum für sexuelle Gesundheit und Medizin in Bochum.

"Die Impf-Quote von der HPV-Impfung ist immer noch viel zu niedrig. Der Nutzen der Impfung ist gerade bei den Männern viel zu wenig bekannt."
Anja Potthoff, Ärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Seit 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission die HPV-Impfung für Mädchen von 9 bis 14 Jahren. Seit 2018 wird die Impfung auch für Jungen im gleichen Alter empfohlen. Die Impfquote in Deutschland lag 2020 bei ungefähr 43 Prozent. Für eine Herden-Immunität wäre eine Impfquote von mindestens 70% notwendig.

Was man tun kann, wenn man schon älter als 14 Jahre alt und nicht mit HPV geimpft ist, klären wir in der neuen Episode von "Eine Stunde Liebe". In der berichtet auch Jacqueline von ihrer Gebärmutterhalskrebs-Erkrankung. Sie hat mit 26 Jahren trotz HPV-Impfung Krebs bekommen. Wie ihre Therapie abgelaufen ist und wie es ihr jetzt geht, darüber spricht Jacqueline in unserem Podcast.