Viele Menschen hören Musik, um zu entspannen - und jetzt ist klar: Das klappt auch bei Hunden. Laut einer neuen Studie funktioniert das am besten mit Reggae oder Soft Rock. Und noch besser, wenn ihr eurem Hund eine Playlist mit verschiedenen Genres zusammenstellt. Es hört sich also so an, als ob auch Hunde Abwechslung mögen - ganz wie Frauchen oder Herrchen.

Forscher sagen: Hunde sind weniger gestresst, wenn sie Musik hören. Dazu haben Wissenschaftler Vierbeinern in einem Tierheim in Schottland in den Zwingern mehrere Tage lang Musik vorgespielt - jeden Tag ein anderes Genre, also einen Tag Reggae, einen Tag Soft Rock und so weiter.

Stresslevel gemessen

Und dabei haben die Wissenschaftler den Herzschlag der Tiere beobachtet, ihren Kortisol-Level - das ist ein Stresshormon - und auch, ob die Hunde bellen und ob sie sich hinlegen - alles Punkte, an denen sich Stress ablesen lässt. In Phasen mit Musik legten sich die Hunde öfter hin, als wenn es still war. Auf das Bellen hatte Musik dagegen keinen Einfluss.

Mona mit Reggaemütze
© DRadio Wissen
Auch Redaktionshund Mona ist bei Reggae ganz entspannt

Wie schon weiter oben beschrieben, kamen Reggae und Soft Rock ein bisschen besser an, als Pop oder Motown-Soul. Bei den sechsstündigen Playlists eines Streamingdienstes war auch Klassik dabei, die ja auch in deutschen U-Bahn-Stationen zum Einsatz kommt, um Zweibeiner im Nahverkehr zu beruhigen.

Klassik oder Reggae - aber bitte Abwechselung

Dass Klassik auf Hunde beruhigend wirkt, war schon bekannt. Hunde, die Mozart und Kollegen zu hören bekommen, liegen mehr und bellen auch weniger. Leider hält dieser Effekt nicht lange an - unter Umständen nicht mal einen Tag. Eine Erklärung: Hunde könnten sich daran gewöhnt haben oder sich sogar langweilen.

Auch deshalb haben es die Wissenschaftler dieses Mal mit unterschiedlichen Genres probiert. Über mehrere Tage wirkte das besser. Völlig egal ist die Musikrichtung aber nicht. Bei Heavy Metal scheinen einige Hunde anfangen zu zittern. Hörbücher funktionieren dagegen ganz gut - auch das scheint Hunde zu beruhigen.

Musik könnte gestressten Tieren helfen

Praktisch könnte der Hundesoundtrack vor allem in Tierheimen sein, wo Hunde wegen der zahlreichen Geräusche, der neuen Umgebung oder auch, weil sie Frauchen oder Herrchen vermissen, sehr gestresst sind. Und das ist für die Tiere ein großes Problem. Denn wenn ein Vierbeiner gestresst ist, bellt er, verkriecht sich in eine Ecke oder zittert - und hat so weniger Chancen, adoptiert zu werden.