Sitz, Platz, Pfote oder Beifuß – oft werden Hunde, die auf Kommando hören, auch für intelligenter gehalten. Das muss aber nicht unbedingt so sein. Es gibt auch andere Faktoren, die Rückschlüsse auf ihre Intelligenz geben können. Das findet Hundetrainerin Susanne Kautz.

In einer Studie fanden Forschende der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest heraus, dass Border-Collies in der Lage sind, bis zu zwölf neue Worte für verschiedene Spielzeuge in einer Woche zu lernen und diese für mindestens zwei Monate im Langzeitgedächtnis zu behalten. Dabei fanden sie auch heraus: Die Hunde, die das konnten, neigten wesentlich öfter ihren Kopf.

Verschiedene Auffassungen von Intelligenz

Hundetrainerin Susanne Kautz sieht das etwas anders. Für sie sind Hunde, die sich viele Sachen merken können, nicht unbedingt intelligenter als andere. Sie lassen sich eben besser trainieren und sie arbeiten gerne mit Menschen zusammen.

"Für mich ist ein Hund intelligent, wenn er lösungsorientiert handeln kann. Das muss nicht immer das sein, was wir von ihm wollen."
Susanne Kautz, Hundetrainerin

Border-Collies wurden ursprünglich dafür gezüchtet, Schafsherden zu hüten. Deshalb sind sie sehr kooperativ, lassen sich gut trainieren und können viele Dinge. Doch für Hundetrainerin Susanne Kautz gibt es auch noch eine andere Art von Intelligenz bei Hunden, wenn sie beispielsweise sehr selbstständig sind.

Jede Hund hat eine eigene Geschichte

Wichtig ist vor allem: Hunde sind extrem unterschiedlich. Einige wurden für bestimmte Einsätze gezüchtet, wie etwa Border Collies. Jagdhunde können extrem gut Fährten erschnüffeln. Hinzu kommt außerdem auch die persönliche Geschichte des Hundes und was er in seinem Leben lernen musste.

"Tierschutzhunde mussten viele Entscheidungen selber treffen. Die haben eine ganz andere Form von Intelligenz als Kommandos auszuführen."
Susanne Kautz, Hundetrainerin

Wenn Hunde als Welpe bereits bei einer Familie aufwachsen, werden sie meist mit Kommandos erzogen. Das ist beispielsweise bei Tierschutzhunden, die erst einmal auf der Straße gelebt haben, nicht so. Sie haben aber eine ganz andere Form von Intelligenz: Sie mussten gewisse Dinge lernen, um überhaupt zu überleben.

Problemlösende Intelligenz

Denn wenn eine Mauer sich auftut oder ein Mülldeckel den Weg zum Essen versperrt, müssen sie einen Weg finden. Das macht sie zwar nicht unbedingt leicht trainierbar, aber durchaus intelligent, meint die Hundetrainerin.

Auch ihr eigener Hund war ein Tierschutzhund. Er konnte sogar verschiedene Arten von Riemen öffnen. "Das habe ich ihm nicht beigebracht, das konnte er einfach", sagt sie. Bei solchen Hunden ist wichtig, ihnen klar zu machen, dass eine Kooperation mit dem Frauchen oder Herrchen zu ihrem Vorteil ist.