Hugo Boss steigt in den Markt mit Hundeklamotten ein. Es ist ein riesiger Markt mit Kund*innen, die viel Geld ausgeben wollen, wie Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer erklärt.

Ein Hund mit einem Pulli, vielleicht sogar noch mit einer passenden Mütze auf dem Kopf – und das im Partner*innenlook zu Herrchen oder Frauchen. Was die einen von uns zum Dahinschmelzen süß finden, halten die anderen für unnötige Tierquälerei.

Egal ob Kleidung, Taschen oder andere Accessoires – der Markt für derartige Dinge boomt. Laut Zahlen der europäischen Heimtierfutter-Industrie lag der Umsatz von Non-Food-Produkten und Dienstleistungen 2020 weltweit bei über 21 Milliarden Euro pro Jahr.

In Deutschland gibt es fast 35 Millionen Haustiere, alleine zehn davon Hunde. Dem Industrieverband Heimtierbedarf zufolge haben die Besitzer*innen im vergangenen Jahr über 1,1 Milliarden Euro für Zubehör ausgegeben. Das ist fast ein Viertel des Gesamtumsatzes vom Heimtiermarkt hierzulande – Tendenz steigend.

Ist das Lifestyle oder brauchen die Tiere das wirklich?

"Das meiste Geld geben die Menschen für sich selbst aus und nicht für das Haustier", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer. Denn meist gehe es darum, dass sich die Besitzer*innen über die schicke neue Hundetasche oder den lustigen Sweater freuen, wie auch eine Sprecherin vom Deutschen Tierschutzbund zur Nachrichtenagentur DPA sagt.

"Frauchen oder Herrchen finden es oft süß, wenn ihr Tier ein Kleidungsstück trägt, auch wenn dafür keine Notwendigkeit besteht."
Eine Sprecherin vom Deutschen Tierschutzbund zur Deutschen Presseagentur

Doch es gibt auch Ausnahmen. Hundekleidung könne beispielsweise sinnvoll sein, wenn es kalt ist, sagt Anke van de Weyer. Für ältere oder kranke Hunde oder Rassen mit dünnem oder kurzen Fell oder wenig Unterwolle könne dann ein Mantel oder ein Pulli ratsam sein.

Generell sollten die Besitzer*innen einfach darauf achten, ob sich das Tier unwohl fühlt. Wenn einem Hund schnell kalt wird, könne ein Kleidungsstück wirklich helfen – wenn beim Kauf beachtet wird, dass es wirklich passt und nicht nur, dass es möglichst fancy, lustig oder schick aussieht.