Evas Band "Hundreds" hat gerade ihr neues Album veröffentlicht, die Tour musste sie aber wegen der Corona-Krise absagen. Kreativ sein will sie trotzdem.

Anfang März fahren Sängerin Eva und Drummer Florian von der Pop-Band Hundreds auf den Hof von Evas Bruder und Gitarristen Philipp, um in Ruhe für ihre anstehende Tour zu proben. Ende März soll ihr neues Album "The Current" erscheinen und sie freuen sich auf die Konzerte.

Die Corona-Krise trifft Musiker besonders hart

Doch nach drei Tagen wird der Band langsam klar: Die Tour wird so wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden können. Die Konzerte müssen verschoben werden, ihr Booker zimmert eine neue Tour für August zusammen. Sie überlegen sogar, ob sie das Album-Releasedatum verschieben.

Schließlich belassen sie die Veröffentlichung auf Ende März. "Das ist ja auch Quatsch, die Musik kann man ja jetzt gerade super konsumieren, wenn man zu Hause ist", sagt die Sängerin dazu. Sie möchte auch mit den positiven Texten die Menschen in dieser Zeit ermutigen. Mit der Verschiebung der Tour findet sich Eva langsam ab.

"Klar trifft uns das finanziell unglaublich stark."
Hundreds-Sängerin Eva

Doch Eva ist sich der Realität auch bewusst: Es waren etwa 18 Konzerte mit bis zu 1500 Menschen pro Show geplant, das Gehalt würde die Existenz der drei Bandmitglieder für mindestens ein halbes Jahr sichern.

Inzwischen hat das Trio auch Hilfen beantragt. "Es ist kein Vergleich zu dem, was wir verdient hätten, aber wir können uns auf jeden Fall über Wasser halten", meint Eva.

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Hundreds wollen aus der Situation das Beste machen: Sie spielen wie viele andere Musiker auch Live-Sessions im Internet – auch wenn sie nicht immer ganz rund laufen, freut es die Sängerin, dass es diese Möglichkeit gibt. Mit der sozialen Isolation kommt sie auch ganz gut klar, denn gerade Künstler sind es gewohnt, sich für längere Zeit von der Außenwelt abzukapseln: "Wenn du ein Album produzierst, dann ist das wirklich wie Quarantäne."

Lange voraus planen, das geht gerade trotzdem nicht: Eva weiß nicht, welchen Termin sie in der Zukunft garantiert wahrnehmen kann. "Es ist alles offen. Aber so ist mein Leben. Und damit musst du als Musiker klarkommen, dass du mit Unsicherheit lebst", meint Eva – das sei aber auch schon vor der Pandemie so gewesen. "Ich weiß nie, ob ich nächsten Monat noch genug Kohle auf dem Konto habe. Deswegen fühlt es sich für mich tatsächlich gerade nicht so viel anders an."