In fast allen Bundesländern müssen Clubs und Bars wegen des neuen Coronavirus teilweise oder ganz schließen. Veranstaltungen werden abgesagt. Für Betreiber und Eigentümer von Kneipen, Cafés, Clubs und Restaurants bedeutet die Situation echte Existenznot. Aber es gibt Hilfen.

Die Bundesregierung hat im Schnelldurchlauf ein Hilfspaket auf den Weg gebracht: Das sogenannte "Schutzschild für Unternehmen". Es sieht drei verschiedene Hilfen vor.

  • Für Unternehmen wird es einfacher, Kurzarbeit in Anspruch zu nehmen. Das heißt, wenn keine Arbeit zu tun ist, oder nicht genug, dann übernimmt die Arbeitsagentur den Großteil des Lohns.
  • Die Bundesregierung hat unbegrenzt Kredite versprochen, etwa über Institutionen wie die KfW, die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Dort können Überbrückungskredite beantragt werden.
  • Unternehmer und Unternehmerinnen sollen bei Steuern entlastet werden, etwa indem Steuerzahlungen einfacher verschoben werden können.

Kostenreduzierung und Spenden für Clubs

Lutz Leichsenring, von der Clubcommission Berlin, einer Interessenvertretung der Clubszene in der Hauptstadt, sagt, dass die Clublandschaft und damit die Probleme sehr vielfältig seien. Er erklärt auch, dass die Kurzarbeit oder die Reduzierung der Lohnnebenkosten im Moment helfen könnten, die Liquidität etwa der großen Clubs zu gewährleisten. Die Clubcommission hat auch schon ein Spendenprogramm gestartet, in dem sich viele Clubs solidarisch beteiligen.

"Große Clubs, wie das Berghain, haben 350 feste Mitarbeiter. Da ist ein Thema wie Kurzarbeit relevant, um die Liquidität aufrecht zu erhalten."

Auch Kredite sind eine Möglichkeit, Bars oder Clubs am Leben zu halten. Ulrike Regele von der IHK empfiehlt, sich mit der Bank oder der IHK in Kontakt zu setzen. Es sei zugesichert worden, dass die Kredite schnell vergeben werden, aber sie könne noch nicht genau sagen, wie lang es wirklich dauert, bis die Gelder freigegeben werden.

Ulrike Regele empfiehlt aber auch, sich nicht nur auf Hilfsangebote zu verlassen, sondern auch selbst aktiv zu werden. Ein Gespräch mit dem Vermieter des Ladens könne da schon helfen. Vielleicht sei es möglich, die Miete auszusetzen und später in Raten nachzuzahlen. Womöglich würden Stammkunden auch Gutscheine für künftige Leistungen kaufen, schlägt Ulrike Regele vor.

Fördertöpfe und Notfallfonds

Es laufen nun auf allen möglichen Ebenen Gespräche, um der Gastronomie und der Clubszene zu helfen. Die Clubcommission pflegt engen Kontakt zum Berliner Senat und erhofft sich dort Hilfe. Das Land Berlin hat angekündigt, dass man Anfang dieser Woche noch einen extra Liquiditätsfonds auflegen will. Und auch in anderen Bundesländern gibt es eigene Fördertöpfe – beispielsweise von landeseigenen Investitionsbanken, die Kredite vergeben.

Aber es werden auf jeden Fall auch noch weitere Hilfen gefordert, gerade für Kleinstunternehmer und Soloselbstständige. Ulrike Regele sagt, dass die IHK von der Bundesregierung auch einen Notfallfond für diese Gruppe fordert. Auch die FDP spricht sich für solche Soforthilfen aus.