Die Afghan*innen hungern, sagt unsere Korrespondentin Silke Diettrich. "Keiner hat mehr Geld." Es braucht dringend Hilfe. Doch die ist schwierig, ohne das Taliban-Regime zu unterstützen. Die UN legen einen Hilfsplan vor und fordern 4,5 Milliarden Euro für das Land.

"Fast keiner mehr verfügt über Geld", sagt unsere Südasien-Korrespondentin Silke Diettrich. Auch vor der Machtübernahme des Taliban-Regimes im August 2021 gab es Armut im Land. "Aber das hat sich komplett potenziert", so die Korrespondentin.

"Keiner hat mehr Geld. Mittlerweile hungern ganz, ganz viele Menschen in Afghanistan."
Silke Diettrich, Dlf-Korrespondentin für Südasien

Der Hunger im Land ist groß. Viele Kinder und Säuglinge sind unterernährt. In der Mittelklasse haben fast alle ihre Jobs verloren. Viele von ihnen arbeiteten zuvor in Ministerien, als Lehrkraft oder im Bankenwesen. Jetzt verkaufen sie ihr Hab und Gut für Lebensmittel und Holz oder Kohle. Denn in Afghanistan ist Winter.

In einem Kabuler Krankenhaus sitzt ein zweijähriges Mädchen auf einer Liege. Die Hand einer Frau, vermutlich die Mutter, liegt auf behutsam auf ihren Beinen. Das Mädchen ist unterernährt; Foto: dpa (08.11.2021)
© dpa I ASSOCIATED PRESS | Bram Janssen
Die zweijährige Guldana wird im November 2021 in einem Krankenhaus in Kabul behandelt. Sie ist unterernährt.

Ladenbesitzer berichten Silke Diettrich, dass zurzeit täglich um die 150 Frauen und Kinder vor ihrem Geschäft stehen und fragen, ob sie Schuhe putzen können, um sich ein bisschen Geld zu verdienen.

Humanitäre Krise in Afghanistan

Bis zur Machtübernahme durch die Taliban war Afghanistan fast komplett abhängig von Geldern aus dem Ausland. Behörden, Schulen oder auch das Militär wurden fast vollständig aus dem Ausland finanziert. Diese Gelder wurden seit Sommer 2021 eingefroren.

"Es gibt so viele unterernährte Kinder und Säuglinge."
Silke Diettrich, Dlf-Korrespondentin für Südasien

Seitdem gab es zwar weiterhin humanitäre Hilfe für das Land. "Aber nicht mehr in dem Umfang wie zuvor", sagt Silke Diettrich.

Es braucht Hilfe aus dem Ausland

Deshalb legen die Vereinten Nationen (UN) heute (11. Januar) einen Hilfsplan für Afghanistan vor. Die UN rufen die internationale Gemeinschaft dazu auf, 4,5 Milliarden Euro aufzubringen. Davon sollen Medikamente bereitgestellt werden, ebenso sauberes Wasser. Es braucht aber auch warme Decken und Zeltplanen. "Es geht teils um ganz einfache Dinge, die aber an allen Ecken und Enden gerade fehlen", sagt Silke Diettrich.