Viele von uns duschen inzwischen seltener, nutzen weniger Make-up und richten seltener die Frisur – Haut und Haare danken es uns. Aber beim Zähneputzen und der Unterwäsche halten wir an unseren alten Hygienestandards fest und sind zum Teil noch pingeliger.

Täglich duschen, jeden Tag frische Klamotten aus dem Schrank ziehen, sich kämmen, schminken, parfümieren – wer täglich nur noch eine kurze Strecke vom Bett zum Homeoffice-Laptop zurücklegt, spart sich den Aufwand.

Denn die Jogginghose und das Sweatshirt tun es auch und wen stört es, wenn die Haare ein wenig verstrubbelt sind. Für diese Art des Stylings gibt es doch schließlich einen Namen: Den Out-of-bed-Look!

Obendrein gewinnen wir dadurch mindestens eine halbe Stunde, die wir in unseren Schönheitsschlaf investieren können.

Großbritannien: Jeder Sechste duscht seltener

Dieser Trend wurde in Großbritannien jetzt in repräsentativen Zahlen festgehalten. Eine Umfrage hat gezeigt, dass seit dem Beginn der Coronavirus-Pandemie jeder Sechste seltener duscht. Bei den bis 25-Jährigen ist es sogar jeder Vierte.

Außerdem verwendet ein Drittel der Befragten weniger Parfüm und ein Sechstel weniger Deo.

"Die Haut ist eigentlich dafür geschaffen, dass sie sich selber reinigt und unterstützt. Sie hat Fette, die sie selber produziert, und einen Säureschutzmantel, der böse Erreger und schlechte Gerüche fernhält."
Yael Adler, Hautärztin

Diese vermeintliche Nachlässigkeit – oder nennen wir es Bequemlichkeit – hat durchaus Vorteile: Denn dem natürlichen Schutz unserer Haut ist es gar nicht dienlich, wenn wir uns täglich mit Duschgels und parfümierten Seifen waschen.

Wasser reicht für die tägliche Hygiene völlig aus

Im Prinzip reiche es, wenn wir uns nur mit Wasser waschen würden, sagt die Hautärztin Yael Adler. Das genüge, um Schmutz und Schweiß zu entfernen. Eine kleine Ausnahme macht die Hautärztin in Zeiten von Corona, wenn es darum geht, die Hände regelmäßig und gründlich zu reinigen

Denn generell habe unsere Haut Schutzmechanismen, die Erreger und Gerüche fernhielten, so Yael Adler. Zudem erneuere sich die Haut von innen, indem sie sich schuppe.

"Wenn man Leute riecht, also wenn sie stinken, dann ist das meist nicht der Körper oder die Haut, sondern die Klamotten. Gerade bei Synthetic-Material, da kleben die Stinkbakterien dran, Mikrokokken."
Yael Adler, Hausärztin

Wenn wir allerdings feststellen, dass unsere Klamotten streng riechen, dann liege das an den synthetischen Materialien. Die Hautärztin empfiehlt, Kleidung aus natürlichen Materialien zu tragen wie Baumwolle, Leinen, Leder oder Fell, denn das stinke alles nicht, so Yael Adler.

Styling nicht mehr so wichtig

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen auch, dass wir besonders beim Styling etwas weniger gründlich sind, wenn wir viel Zeit zu Hause verbringen. Denn fast 65 Prozent der Befragten verwenden weniger Make-up und 50 Prozent achten weniger auf ihre Frisur.

Bei der Unterwäsche zeigt sich kein Unterschied

Auch wenn die Umfrage zeigt, dass viele die Klamotten seltener wechseln, gibt es einen Bereich, in dem eigentlich alle an alten Gewohnheiten festhalten: beim Wechseln der Unterwäsche. Und auch das regelmäßige Zähneputzen ist den meisten weiterhin wichtig.