"Höher, schneller, weiter": Das bekannte Motto kann für Athleten auch zur Belastung werden. Problematisch wird es, wenn wir Sportler von außen zusätzlich auf ein Podest heben. Sportkletterin Juliane erklärt uns, warum das so ist.

Nicht selten müssen wir im Berufsleben mit Druck und hohen Erwartungen umgehen. Oft sind es auch die Errungenschaften, die uns motivieren weiterzumachen. Was aber, wenn man schon im Jugendalter ins Rampenlicht geworfen wird? Vielen Profisportlern geht das so. Eine von ihnen ist Juliane. Sie war bereits mit 16 die jüngste Deutsche Meisterin im Sportklettern aller Zeiten. 2014 folgte dann im Alter von 24 Jahren auch noch der WM-Titel im Bouldern. Wie geht man als junger Mensch damit um?

Der Weg aus der Wettkampfbubble

Julianes Weg zur Selbstreflextion war ein Prozess. Erst als sie mit den Wettkämpfen aufgehört hatte, schaffte sie es, auf ihr früheres Wesen als erfolgshungrige Sportlerin zurückzublicken. "Inzwischen kommen mir manche Verhaltensweisen, die ich damals an den Tag gelegt habe, ein bisschen seltsam vor."

Damals hat sich Juliane jede Minute darauf fokussiert, ihre eigene Kletterleistung zu verbessern. Dafür entfernte sie laut eigener Aussage alle "Störfaktoren" aus ihrem Leben. Dem fiel dann auch der soziale Kontakt zu Freunden und Verwandten zum Opfer.

"Das ist mir damals nicht so aufgefallen, es war mir wichtiger, dass ich trainieren gehe, um eine Medaille zu gewinnen."
Juliane, Sportkletterin

"Wissen die überhaupt, was sie jetzt genau bewundern?"

Doch der Hype um Sportler wie Juliane kommt auch von außen - Titel, Siegertreppchen, Blitzlichtgewitter. Deshalb wünscht sich Juliane, dass der Berufssport in den Medien ganzheitlicher dargestellt wird, mit allen Ecken und Kanten. Langfristig betrachtet machen Vorbilder laut Juliane nämlich selten in allen Lebensbereichen eine gute Figur.

Juliane glaubt, dass es etwas ganz Menschliches ist, Leute zu bewundern und auch selbst bewundert sie andere, hat Vorbilder. Die meisten Leute blenden jedoch aus, dass Sportler oft ihre sozialen Beziehungen zum Wohle des Berufs teilweise auf Eis legen.

Gerade ist Juliane übrigens mit ihrem Medizin-Studium fertig geworden. Das hat ihr in den vergangenen Jahren geholfen, Abstand zu gewinnen. "Ich hatte einen Einblick in eine Welt, in der sich mal nicht alles um den Wettkampfsport dreht."

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