Leipzig ist das neue Berlin, heißt es. Und das hat Folgen: Wohnraum wird teurer, viele Menschen ziehen aus der Stadt raus. Das Projekt "Ein und Leipzig" will dem etwas entgegensetzen.

Altbauten, Künstler, billige Mieten - Leipzig hat das Potenzial das neue Berlin zu werden. Viel kleiner zwar, aber noch hipper, cooler, weiter vorn. Doch Leipzig ist mehr als nur illegale Partys und günstige Altbauwohnungen.

Drei Studenten wollen dem etwas entgegensetzen. Sie haben das Projekt "Ein und Leipzig" gegründet. Die Idee: "Die Diskussion um die Stadt muss weiter gehen als bisher - mit allen und angeregt von allen, denen die Zukunft Leipzigs wichtig ist."

Hinter "Ein und Leipzig" stehen Christina Schmitt, Wolfgang Amann und Carolyn Wißing. Alle drei sind zum Studieren nach Leipzig gekommen. Sie bezeichnen sich selbst kritisch als "Vorhut der Gentrifizierung". Sie möchten, dass Leipzig aus den Erfahrungen anderer Städte lernt. Das Ziel: Wohnraum soll erschwinglich bleiben, die Bevölkerungsstruktur gemischt.

Die Folgen des Hypes

Denn mittlerweile werden auch in Leipzig Altbauwohnungen luxussaniert, den Wohnraum können sich dann weder Studenten, Künstler noch gebürtige Leipziger leisten. Viele Studenten verlassen die Stadt häufig direkt nach dem Studium, Jobs gibt es in Leipzig kaum. "Ein und Leipzig" will diese Entwicklungen aufzeigen und Freiräume schaffen - damit die Stadt nicht so endet wie Berlin oder Hamburg.

"Ich glaube nicht, dass Leipzig so enden wird wie Berlin, München und Hamburg. Erstens ist Leipzig keine Metropole. Außerdem sind die wirtschaftlichen Strukturen auch nicht so, dass die Leute langfristig hierbleiben."
Carolyn Wißing, Ein und Leipzig