In Schweden ist der Kauf sexueller Handlungen verboten. Länder wie Norwegen oder Frankreich sind dem Sexkaufverbot gefolgt und haben ähnliche Gesetze zur Prostitution erlassen. Aber hat das geholfen?

In Schweden droht Männern, die zu Prostituierten gehen, seit 1999 der Knast. Eine Frau, die Sex gegen Geld anbietet, muss dagegen keine Strafe befürchten. Länder wie Norwegen oder Frankreich sind dem schwedischen Sexkaufverbot gefolgt und haben ähnliche Gesetze zur Prostitution erlassen.

"Prostitution ist einfach ein Verbrechen gegen Frauen."
Margareta Winberg, ehem. schwedische Gleichstellungsministerin

Ganz anders in Deutschland. Hier wurde Prostitution 2001 als normaler Job anerkannt, der nicht mehr sittenwidrig ist. In Schweden gilt dagegen als Konsens, dass Prostitution kein freiwilliger Job sein kann und der Kauf von Sex deshalb verboten sein muss.

"In Schweden ist das Thema ganz stark mit dem Thema Gleichstellung der Geschlechter verknüpft, für die der Staat traditionell stark kämpft."
Andrea Rönsberg, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin in Schweden

In Schweden halten fast 75 Prozent der Bevölkerung das Sexkaufverbot für richtig und wichtig. Kritik gibt es nur vereinzelt, zum Beispiel vom Verband für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter Fuckförbundet (Fuckverband) und von Amnesty International. Beide Organisationen kämpfen für die Entkriminalisierung der Prostitution unter Erwachsenen in Schweden. Sie glauben, dass Prostitution jetzt im Untergrund unter schlechteren Bedingungen stattfindet. Unklar ist auch, wie viele Freier ins Ausland ausweichen.

Folgen des schwedischen Anti-Prostitutionsgesetzes

Eine Stunde Liebe verrät, wie es zu dem Verbot von Sexkauf kam, warum Schweden damit im Ausland Werbung macht und sucht eine Antwort auf die entscheidende Frage: Hat das Gesetz den Menschenhandel reduziert und Frauen geholfen?

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