Das neue Prostituiertenschutzgesetz tritt ab 1. Juli in Kraft, auch wenn es umstritten ist. Das neue Gesetz soll Sexarbeiterinnen besser schützen. Kondome sind Pflicht, Registrierung ebenfalls.

Die Zahlen sind ungenau: Es soll zwischen 400.000 und 1.000.000 Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter in Deutschland geben. Meistens sind es Frauen. Die Große Koalition will sie durch das neue Prostituiertenschutzgesetz unterstützen. Durch Registrierung, Kondompflicht und verpflichtende Gesundheitsberatungen sollen Frauen vor Menschenhandel und Zwangsprostitution geschützt werden. 

Aber durch die Definition von Prostitution - jede sexuelle Handlung gegen Entgelt – sind jetzt auch andere Berufsgruppen betroffen, wie Tantra-Masseure.

"Salopp gesagt hat jede Pommesbude in Deutschland schärfere Regeln und bessere Kontrollen als Bordelle. Und das kann nicht sein."
Manuela Schwesig, ehemalige Familienministerin

Durch die Definition von Prostitution - jede sexuelle Handlung gegen Entgelt – sind auch andere Berufsgruppen betroffen, wie Tantra-Masseure. Martina Weiser hat ein eigenes Tantra-Massage-Studio und kann verstehen, dass die Regierung handeln will, aber: "Es ist extrem ungenau definiert."

"Die Diskussion hat sich so um die ganz schlimmen Problemfälle gedreht, um die Prostituierten, um Menschenhandel, und das hat alles überschattet."
Martina Weiser, Inhaberin des Tantra-Massage-Studios Ananda

Kurz vor der Einführung wurde Ende Juni auch eine Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe eingereicht. Unter den Aktivistinnen und Aktivisten ist auch Juanita Henning von der Prostituierten-Selbsthilfeorganisation Dona Carmen.

"Durch dieses Gesetz bekommt die Polizei jetzt ein Zutrittsrecht in sämtliche Wohnung, wo der Verdacht besteht, dass da Prostitution stattfinden könnte."
Juanita Henning, Prostituierten-Selbsthilfeorganisation Dona Carmen

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