Anscheinend nutzen manche Kunden die angemieteten Wohnungen, um sogenannte Pop-up-Bordelle zu betreiben. Deswegen kooperiert Airbnb nun mit einer NGO, die gegen Menschenhandel vorgeht.

Es gebe Berichte über Pop-up-Bordelle. Das verkündet Airbnb nun in einem offiziellen Statement. Die sind tatsächlich schon länger bekannt: Im vergangenen Herbst hat ein Mann ein Apartment in New York für eine Art Orgie genutzt. Dagegen will Airbnb nun vorgehen.

Immer mehr Berichte zu Pop-Up Bordellen bei Airbnb

Wie oft so etwas vorkommt, ist nicht bekannt. Das liegt auch daran, dass beispielsweise in Großbritannien Prostitution erlaubt ist, ein Bordell zu betreiben aber nicht. Dort hat sich nun auch eine parlamentarische Arbeitsgruppe mit der Sache beschäftigt, um etwas gegen die Pop-up-Bordelle zu tun. 

"Es gab in letzter Zeit immer mehr Presseberichte zu Pop-up-Bordellen. Airbnb fühlte sich wahrscheinlich unter Zugzwang, zu agieren."
Grit Eggerichs, Deutschlandfunk Nova

Airbnb will nun Mitarbeiter für das Thema Zwangsprostitution sensibilisieren und die Daten der Kunden besser kontrollieren. Hilfe bekommt das Unternehmen von der Organisation Polaris Project, die sich selber als "führend im weltweiten Kampf gegen Zwangsarbeit und Menschenhandel" bezeichnet. Allerdings steht die NGO in der Kritik, Prostitution generell zu bekämpfen und damit Sexarbeitern und Sexarbeiterinnen das Leben schwer zu machen. 

Sexarbeit oder Zwangsprostitution?

Laut Recherchen des britischen Guardian und der BBC, sind es gerade die selbständig arbeitenden Sexarbeiterinnen, die Airbnb-Wohnungen für den Job nutzen. Sie müssen dann nichts von ihren Einnahmen an Bordellbesitzer abgeben. Und der andere Grund ist, dass viele Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen in ihren Ländern von der Polizei verfolgt werden. Deshalb reisen sie dahin, wo sie ihren Job halbwegs geduldet nachgehen können - und mieten dort Wohnungen auf Zeit.

Warum Airbnb aber nun gegen Zwangsprostitution vorgehen will, bleibt erst mal deren Geheimnis. Für ein Interview hatten sie keine Zeit. Empörte Airbnb-Nutzer dürften beruhigt sein. Vielleicht ist das Ziel des Unternehmens damit schon erreicht. 

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