Nein, sie seien keine Rassisten, sagen die Identitären. Sie seien nicht gegen andere, sie seien nur für das Eigene. Gemeint ist damit vor allem die eigene Kultur - und die muss verteidigt werden gegen Immigranten, Globalisierung und den Islam.

Was sind die intellektuellen Wurzeln der identitären Bewegung und des Ethnopluralismus? Micha Brumlik zeigt, wie die neue Rechte von Philosophen wie Martin Heidegger beeinflusst ist und wie Überlegungen rechtsextremer Denker, wie zum Beispiel die des Italieners Julius Evola oder des Russen Alexander Dugin, Einzug halten in die Philosophie und Sichtweisen deutschsprachiger Intellektueller.

"Den Identitären geht es vor allem darum, eine Vermischung der Ethnien durch Migration und Flucht zu verhindern. Also es geht um die Bewahrung des Eigenen."

Micha Brumlik ist Erziehungswissenschaftler, Autor und Senior Advisor am Zentrum Jüdische Studien in Berlin-Brandenburg. Vor seiner Emeritierung war er Professor in Frankfurt am Main. Brumlik hat zahlreiche Bücher und Schriften veröffentlicht, zu erziehungwissenschaftlichen, philosophischen und politischen Themen

Micha Brumlik hat seinen Vortrag am 4. April 2016 in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin gehalten. Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe "Auf der Höhe - Diagnosen zur Zeit“ der Grünen Akademie. Er hat den Titel "Metapolitik - Das alte Denken der neuen Rechten".

Ein Interview mit der Ex-Dügida-Chefin

Wie eine Vertreterin der identitären Bewegung denkt und wie sie zu ihren Überzeugungen gelangt, das hat Nail Al Saidi versucht zu verstehen. Dazu hat er sich im November mit der rechtsextremen Melanie Dittmer in einem Cafè in Bonn getroffen. Melanie Dittmer war Chefin des rechtsextremen Düsseldorfer Pegida-Ablegers Dügida. Im April ist Melanie Dittmer wegen Volksverhetzung zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

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