Nach der Geiselnahme mit drei Toten und sechs Verletzten in Sydney kommen auch gute Nachrichten aus Australien: Unter dem Hashtag #illridewithyou solidarisieren sich seit gestern in Australien und weltweit viele Menschen mit Muslimen und stellen sich gegen Fremdenfeindlichkeit.

Es begann mit einer besorgten Muslimin im australischen Radio: Sie traue sich nicht mehr alleine aus dem Haus. Bald darauf meldete sich eine andere Muslimin, die meinte, es sei wohl sicherer, das Kopftuch abzulegen, bevor sie das Haus verlasse. Angst vor wütenden und Islam-feindlichen Mitbürgern machte sich breit. Die Bloggerin Tessa Kum reagierte.

Auf Twitter meldete sich die Bloggerin und Fernsehredakteurin als Sir Tessa und bot an, Menschen, die religiöse Kleidung tragen und sich im öffentlichen Nahverkehr alleine nicht sicher fühlen, zu begleiten. Das Angebot stellte sie unter den Hashtag #illridewithyou. Der hat sich nicht nur in Australien, sondern auf der ganzen Welt rasant verbreitet. Zeitweise kamen 1000 Tweets pro Minute rein.

"Menschen twittern unter #illridewithyou Mitfahrangebote für Muslime oder schicken ein paar Zeilen der Unterstützung. Es sind kleine menschliche Gesten, die die Aktion so besonders machen."
Martina Schulte, DRadio-Wissen-Reporterin

Das blutig beendete Geiseldrama dauerte gestern 16 Stunden. Nun laufen die Ermittlungen. Wichtigste Erkenntnis: Es scheint sich um einen eher geisteskranken Täter ohne Kontakten zu Terrororganisationen zu handeln: Haron Monis ist Iraner, 50 Jahre alt, nannte sich selbst Prediger und Heiler und bot seine Dienste als "Experte für Schwarze Magie" an. Trotzdem: Viele Menschen sind bereits auf den Islamhasser-Zug gesprungen.

#illridewithyou in Kombination mit #Pegida

Unter #illridewithyou sammeln sich nun Menschen, die gegen Fremdenfeindlichkeit stehen wollen, aber eben auch deren Kritiker. Das Medieneche ist positiv, der Independent schreibt etwa: #illridewithyou sei das Beste, was sich aus der schrecklichen Situation in Sydney entwickeln konnte. In Deutschland wird der Hashtag ebenfalls aufgegriffen, hier oft in Verbindung mit #Pegida.