Es ist eine Studie, die Forschenden Hoffnung macht: Die meisten Menschen, die bereits mit dem Corona-Virus infiziert waren, bilden im Blut Antikörper - für mindestens fünf Monate. Es handele sich um neutralisierende Antikörper, weiß Medizinjournalistin Christina Sartori, die dem Virus was anhaben können.

"Die Antikörper schaffen es, das Virus im Körper auszuschalten."
Christina Sartori, Medizinjournalistin über aktuelle Corona-Antikörper-Studie

Die Studie, die kürzlich im Science-Magazin veröffentlicht wurde, kann nicht alle Fragen beantworten: Was passiert nach den fünf Monaten? Und kann man sich trotz der vergangenen Infektionen wirklich nicht noch mal mit Corona anstecken? Schließlich hat es im Frühjahr und Sommer doch immer wieder Berichte über Menschen gegeben, die sich in einem relativ kurzen Zeitraum zweimal infiziert haben.

Das seien Einzelfälle, ordnet die Medizinjournalistin ein. Ganz hundertprozentig sicher sei man sich da nicht – weil man einen Menschen, der bereits infiziert war, nicht absichtlich versuchen könne zu infizieren. Das sei ethisch nicht vertretbar.

Erfolgreiche Immuntests an Affen

An Affen hingegen wird getestet. Bereits infizierte Affen wurden ein zweites Mal infiziert und in einem gewissen Zeitraum nach der ersten Infektion sind sie tatsächlich immun gegen Sars-CoV-2 gewesen.

Was im Körper des Menschen vor sich geht, versuchen die Forschenden im Labor nachzuvollziehen. In Petrischalen untersuchen sie das Blut von ehemaligen Coronainfizierten und prüfen, ob sie die Zellen ein weiteres Mal mit dem Virus infizieren können oder ob die Antikörper wirksam gegen das Virus sind.

Von 120 untersuchten Proben infizierten sich nur drei ein zweites Mal.

Was aber passiert nach Ablauf der fünf Monate? Bis jetzt steht fest, dass von den 120 untersuchten Proben bei nur dreien eine Reinfektion erfolgte. Für die Forschenden heißt das daher, dranbleiben und beobachten, in welchem Zeitraum die Immunität im Blut abnimmt.

Doch eines wollen die Forschenden nicht tun: Die Ergebnisse dieser Studie auf die vermutlich vielen Menschen übertragen, die schon mit dem Virus infiziert waren, aber es wegen mangelnder Symptome nicht wussten. Das Virus, so scheint es, wirft eben doch noch viele Fragen auf.

Auch Impfstoff-Forschung profitiert vom aktuellen Studien-Ergebnis

Eine andere Gruppe, die sich für das Ergebnis der im Science-Magazin kürzlich veröffentlichten Studie interessieren, sind die Impfstoff-Forschenden. Hintergrund ist, dass Menschen sich über Nasen oder Rachen mit Corona infizieren. Das sei kein guter Ort, um das Immunsystem zu aktiveren, sagt Christina Sartori. Dennoch schaffe es der Körper, Antikörper zu bilden.

Eine Impfung hingegen wird in den Muskel gespritzt, hier könne das Immunsystem besser aktiviert werden. Die Schlussfolgerung: Es könnte sein, dass auf diesen Weg noch mehr Antikörper im Blut gebildet werden, die Immunität noch besser wäre.