200.000 Flaschen falsch etikettiertes Shampoo, eine Lkw-Ladung voll Windeln: Jedes Jahr landen in Deutschland Waren im Wert von sieben Milliarden Euro auf dem Müll. Innatura bekommt solche Sachspenden geschenkt und verteilt sie weiter an gemeinnützige Organisationen.

Prinz Charles ist Schuld: Seit 1996 ist er Chairman von In Kind Direct, eine gemeinnützige Organisation, die neuwertige Waren aus Überproduktionen an gemeinnützige Organisationen verteilt. Das gleiche Prinzip hat auch Innatura: Die 2013 in Köln gegründete Organisation bekommt Sachspenden von Unternehmen wie dm oder Beiersdorf und verteilt diese an gemeinnützige Organisationen.

Shampoo nach Serbien, Windeln nach Syrien

"Angefangen hat alles mit 200.000 Flaschen Shampoo, falsch etikettiert", erzählt Juliane Kronen. Die Bedingung des Herstellers: Die Ware muss sofort vom Hof und darf nicht auf dem Schwarzmarkt landen. Im August 2013 bekam Innatura eine riesige Ladung Windeln geschenkt - Bioqualität. Je nach Bedarf melden sich bei Innatura Organisationen wie die Malteser und holen die Sachspenden ab. Ein Teil der Shampooflaschen wird gerade nach Serbien in die Hochwassergebiete gebracht. Die Windeln landeten in einem syrischen Flüchtlingslager.

"Zwei Tage bevor wir die Windeln bekamen, ist Prinz Charles Großvater geworden. Ich habe ihm eine Packung ins Clarence House geschickt. Er sich bedankt und gefreut, dass die Windeln für seinen Enkel aus Biobaumwolle waren."
Juliane Kronen, Innatura

Um die Warenspenden aufbewahren zu können, hat Innatura Lagerfläche angemietet. Die gemeinnützigen Organisationen zahlen zwischen 5 und 20 Prozent des Warenwerts. Schließlich entstehen bei Innatura Kosten für die Lagerung der Waren. Juliane Kronen hofft, dass Innatura irgendwann schwarze Zahlen schreiben kann. Denn sie hat das Unternehmen nicht nur aus Idealismus gegründet: "Es ist Fulltime-Job. Aber das eine schließt das andere ja nicht aus."