Seit einem halben Jahr schon begleitet unser Autor Dominik Schottner Omar, einen 29-jährigen Flüchtling aus Syrien: Bei seiner Suche nach einer Unterkunft, zum Einkaufen im Supermarkt. Das ist einerseits spannend aber oft auch mühselig. Für beide.

"Rinnjehen! Melden! Arbeiten!" So wird DRadio-Wissen-Autor Dominik Schottner begrüßt, als er im August 2015 in einer Flüchtlings-Notunterkunft in Berlin-Karlshorst helfen will. Kleidung sortieren und den Neuankömmlingen ihre Zimmer zeigen.

Der Beginn einer Freundschaft

Hier trifft Dominik Omar zum ersten Mal: Einen 29 Jahre alten Syrer, der in Damaskus Arabisch studiert hat. Das war vor seiner langen Flucht vor dem Bürgerkrieg - über Istanbul, Bodrum, die Insel Kos, den Balkan und Österreich bis nach Deutschland.

"Viele von Omars Fragen kann ich nicht sofort beantworten. Sie waren bislang kein Thema für mich."
Omar löchert DRadio-Wissen-Autor Dominik Schottner mit Fragen

Omar und Dominik freunden sich an. Zuerst auf Facebook, aber mit der Zeit auch in echt. Omar ist einverstanden, dass der Journalist Dominik berichtet - über ihn, den Syrer, und seine Ankunft in einem ihm völlig unbekannten Land. Das Ankommen in Deutschland bereitet aber nicht nur Omar Schwierigkeiten. Auch Dominik fällt es bisweilen schwer zu switchen - zwischen seinen Rollen als Journalist und als Freund.

"Omar hat Syrien zu einem schwierigen Zeitpunkt verlassen. Fast fertig mit dem Studium, bereit, ins Berufsleben zu wechseln und dann alles hinter sich lassen und woanders ganz von vorne anfangen."
Dominik bekommt mit, dass Omar Zukunftsängste plagen

Es gibt kleine Alltagsprobleme, die sich relativ schnell lösen lassen: Woher bekommt Omar eine neue SIM-Karte? Woher mehr Datenvolumen für sein mobiles Internet? Andere Probleme wiegen schwerer. Allen voran: die Verständigung. Omar muss dringend besser Deutsch lernen - auch, um hier eine Arbeit zu finden.

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