Noch vor einigen Jahrzehnten hätte uns nicht besonders interessiert, was gerade in Mali passiert, im Irak oder in Syrien. Doch durch die Globalisierung ist die Welt näher zusammengerückt - das zieht positive wie negative Folgen für uns nach sich. Hörsaal ab 18 Uhr

Einer, der dies durch sein Amt ganz besonders mitbekommt und beurteilen kann, ist der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Im Hörsaal erklärt er uns, was die Welt in diesen Zeiten aus den Fugen geraten lässt. Oder kommt uns das nur so vor? War es vielleicht schon immer so? Wenn sich Selbstmordattentäter in Israel in die Luft sprengten, war das für uns weit weg. Aber heute in Paris bei uns um die Ecke - und vielleicht sogar auch schon bald in Deutschland?

"Wenn wir hier mitten unter uns den Menschen begegnen, die aus Damaskus oder aus Erbil bis nach Berlin fliehen, dann spüren wir ganz unmittelbar, dass auch diese Weltgegenden offenbar in einem gewissen Sinne zu Nachbarschaften geworden sind."
Frank-Walter Steinmeier, Bundesaußenminister

Frank-Walter Steinmeier hat Studierende in der Freien Universität Berlin besucht und ihnen die weltpolitische Lage erklärt. Dabei nimmt er auch Stellung zu vielen gut gemeinten Ratschlägen aus der jüngeren Generation, die er bitte bei seinen Auslandsreisen und -aktivitäten berücksichtigen möge - und er antwortet darauf, warum gerade das in den allermeisten Fällen nicht geht. Der Außenminister bedankte sich ausdrücklich bei seinen Zuhörern an der Uni, die sich in Projekten engagieren, damit Flüchtlinge in Deutschland integriert werden können.

Siebzig Jahre nach Gründung der Vereinten Nationen weist er darauf hin, dass in der UN-Präambel die Entschlossenheit der Staatengemeinschaft nachzulesen sei, künftige Generationen von der "Geißel des Krieges" befreien zu wollen. Noch immer, so Steinmeier, sei die Welt auf dieser Suchbewegung. Doch diese Suche verlaufe heute leider mit Gewalt. Die von uns gefühlte Ballung von Krisen sei somit kein falsches Gefühl. Dennoch sei er hoffnungsvoll. Gesprochen hat Steinmeier an der Freien Universität Berlin am 21. Oktober 2015.