Wenn Gefahr droht, rollen sich Schuppentiere zusammen. Sie sind dann eine leichte Beute - für den Menschen. Alle acht Schuppentier-Arten sind vom Aussterben bedroht. In Zoos pflanzen sie sich nur schwer fort.

Der legendäre Tierfilmer Bernhard Grzimek hätte sie als possierliche Tierchen bezeichnet. Die Schuppentiere erinnern gleichzeitig an einen Tannenzapfen, an einen kleinen Urzeit-Dino und eine Kellerassel. Genau wie diese rollen sie sich blitzschnell zusammen, wenn Gefahr droht.

Ergebnis von 80 Millionen Jahren Evolution

Bei dem zusammengerollten Schuppentier haben selbst Raubkatzen keine Chance, den Schuppenpanzer zu knacken. 80 Millionen Jahre Evolution stecken hinter diesem ausgeklügelten System der überlappenden Hornschuppen, die schützenden den Rücken des Säugetiers bedecken. Aber diese evolutionäre Anpassungsleistung könnte bald ein Ende finden, da alle acht Schuppentier-Arten vom Aussterben bedroht sind.

Dem Menschen schutzlos ausgeliefert

So raffiniert und effektiv das Zusammenrollen bei Gefahr auch ist, so wenig nützt es den Tannenzapfentieren, wenn der Mensch sie jagt. Denn er hat dann leichtes Spiel, packt sie in einen Sack und trägt sie davon. Besonders in Asien gelten die Tiere als Delikatesse, da ihnen heilende Kräfte zugesprochen werden.

Erschwerte Bedingungen für Zucht in Zoos

Der Zoo Leipzig ist einer der wenigen, der Schuppentiere hält. Zum einen ist es schwierig sie zu züchten - und damit auch zum Arterhalt beizutragen -, da die Tiere nur alle ein bis zwei Jahre ein Junges zu Welt bringen. Außerdem ist es schwierig, die bedrohte Art mit artgerechter Nahrung zu versorgen. Schuppentiere sind darauf spezialisiert Termiten und Ameisen zu verzehren - ein entsprechendes Tierfutter zu entwickeln und bereitzustellen, ist aufwendig.

"Die Kollegen vom Zoo in Taipeh haben viel mit den Tieren geforscht und einen Nahrungsbrei zusammengestellt, der die Hauptnahrung der Tiere - Termiten und Ameisen - nachstellt und ausgleichen kann."
Ruben Holland, Zoo Leipzig

Tierisches aus dem Zoo Leipzig und bei DRadio Wissen