Nachfolger des im Krieg getöteten obersten Führers Ajatollah Chamenei wird sein Sohn Modschtaba, wie der iranische Expertenrat erklärte. Überraschend kommt das nicht: Modschtaba gilt schon lange als Strippenzieher im Hintergrund.

Der 56-jährige Modschtaba Chamenei war bislang in keinem offiziellen politischen Amt, er hatte aber schon immer enge Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden, die dem neuen politischen wie religiösen Anführer nun die Treue schworen.

Modschtaba ist der zweitälteste von insgesamt vier Söhnen Ali Chameneis. Als 18-Jähriger kämpfte er im Iran-Irak-Krieg für die Revolutionsgarde, die inzwischen von der Europäischen Union als Terrororganisation betrachtet wird. Er ist wie sein Vater Geistlicher, auch wenn er es nicht bis zum höchsten Kleriker-Titel Ajatollah geschafft hat. Und er gilt als ähnlich erzkonservativ wie sein Vater.

Business as usual im Iran?

Die Ernennung zeigt: Ein politischer Wandel ist im Iran nicht zu erwarten. Das Regime setzt viel mehr auf Kontinuität und Härte. Direkt nach Modschtabas Ernennung hat der Iran wieder Raketen auf Israel abgefeuert. Von den verbündeten Huthi im Jemen kam Jubel.

Schon seit einigen Jahren steht Modschtaba unter US-Sanktionen: Er soll laut westlichen Geheimdiensten über Briefkastenfirmen viel Vermögen ins Ausland geschafft haben.

Modschtaba dürfte nun zur neuen Zielscheibe Israels werden. US-Präsident Donald Trump erklärte ihn schon vor seiner Ernennung als inakzeptabel und sagte, ohne seine Zustimmung werde sich kein Nachfolger lange halten können. China verurteilt die Angriffe auf den Iran und forderte ein sofortiges Ende der Militäreinsätze.

Shownotes
Iran
Modschtaba Chamenei wird neuer oberster Führer
vom 09. März 2026
Moderator: 
Thilo Jahn
Gesprächspartnerin: 
Britta Wagner, Deutschlandfunk Nova