Große Aufregung um islamische Feiertage: Bundesinnenminister Thomas de Maizière soll einen islamischen Feiertag als arbeitsfreien Tag vorgeschlagen haben. Damit erntet er teils heftige Kritik.

Bis jetzt gibt es in der Debatte um de Maizières Äußerung viele Fragezeichen. Heißt "Feiertag", dass auch die Menschen zu Hause bleiben dürfen, die nicht muslimisch sind? Fallen dafür andere Feiertage weg? Das Innenministerium erklärt, dass religiöse Feiertage Arbeitstage sind, an denen die Angehörigen der jeweiligen Religionsgemeinschaft das Recht haben, an einem Gottesdienst teilzunehmen. 

"Muslimische Schüler können sich an hohen islamischen Feiertagen vom Unterricht befreien lassen und Arbeitnehmer können Urlaub nehmen."
Pressestelle des Innenministeriums

Alexander Dobrindt und Andreas Scheuer von der CSU und Wolfgang Bosbach von der CDU sehen christliche Werte bedroht und halten gar nichts von der Regelung.

Unterstützung hat der Vorschlag vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) erhalten. "In einer multireligiösen Gesellschaft kann in Gegenden mit hohem Anteil an frommen Muslimen ein islamischer Feiertag hinzukommen, ohne dass die christliche Tradition unseres Landes verraten würde", sagt ZdK-Präsident Thomas Sternberg.

Schutz gegen Radikalisierung

Der Psychologe und Mitgründer des islamischen Forums Ahmad Mansour hatte sich schon vor Jahren zum Thema geäußert: "Anerkennung ist der beste Schutz gegen Radikalisierung. Anerkennung ist wichtig, um ein Wir-Gefühl zu schaffen."