Von der Monarchie zur Islamischen Republik Iran: Auf den Sturz des Schahs folgte 1979 in dem Land der religiöse Herrscher Khomeini. Ein historischer Blick auf das Land – bis ins 21. Jahrhundert.

Die Bilder gingen um die Welt: Hunderttausende feiern in den Straßen Teherans die Rückkehr des geistlichen Führers Khomeini in den Iran. Kurz vor seiner Landung hatte der bis dahin regierende Schah von Persien das Land verlassen. Mit seiner Flucht war auch das Regime des Schahs Mohammad Reza Pahlavi beendet, der sich Jahrzehnte lang auf Geheimpolizei und Militär gestützt hatte.

Nun setzten viele Menschen im Iran ihre Hoffnung auf den schwarz gekleideten Geistlichen, der den Aufbau eines sozialen islamischen Staates versprochen hatte. Khomeini machte aus der Monarchie eine Islamische Republik und schreckte dabei nicht vor der gewaltsamen Ausschaltung der Opposition zurück.

"Im November 1979 stürmten etwa 400 Iraner die amerikanische Botschaft und nahmen mehr als 50 Geisel. Die Geiselnahme dauerte sagenhafte 444 Tage."
Matthias von Hellfeld, Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte

Ab September 1980 überlagerte der Krieg gegen den Irak die innenpolitischen Konflikte. Acht Jahre bekämpften sich die beiden Nachbarstaaten mit äußerster Brutalität. Der Irak schreckte vor dem Einsatz von Giftgas gegen die Zivilbevölkerung nicht zurück, der Iran schickte Zehntausende Kindersoldaten an die Front. Damit sie Einlass ins Paradies finden, hatte man den Kindern vor dem Fronteinsatz einen Plastikschlüssel um den Hals gehängt.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Die Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur von der Universität zu Köln berichtet über die Person des Ayatollah Khomeini, von dessen Privatleben wenig bekannt ist.
  • Arash Zeini vom Institut für Islamistik an der FU in Berlin schildert die innenpolitischen Auswikrungen der iranischen Revolution von 1979.
  • Die ARD-Korrespondentin Karin Senz erläutert die aktuelle politische und soziale Lage im heutigen Iran.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld trägt Informationen über die Zeit des Exils zusammen, in der der Ayatollah von 1964 bis 1979 in der Türkei und im Irak war.
  • Deutschlandfunk-Nova-Autorin Veronika von Borries berichtet über die Rückkehr des Ayatollah aus Paris nach Teheran.