Ein richtiger Jäger, da stellen wir uns gerne einen älteren Herren mit Lodenjacke und Flinte vor. Weit gefehlt. Unser Moderator hat mit Rupprecht Walch gesprochen. Bis auf den Vornamen entspricht der 25-Jährige Berufsjäger gar nicht dem gängigen Klischee. Aber hört selbst.

Rupprecht Walch kommt aus einer Jägerfamilie. Irgendwann hat er sein Hobby selbst zum Beruf gemacht - zuerst hat er eine Ausbildung zum Jäger gemacht. Dann hat er seinen Meister gemacht und arbeitet heute als Berufsjäger. Er bildet auch Nachwuchs aus. 

Drei dauert die Ausbildung zum Jäger. Danach folgen zwei praktische Jahre. Die angehenden Berufsjäger lernen wie sie Biotope verbessern, Abschüsse planen und wie die praktische Jagd funktioniert. Angestellt sind sie oft staatlich. Es gibt aber auch Jobs im Großprivatwald, in dem Berufsjäger beschäftigt werden, um die Jagdwirtschaft durchzuführen - neben dem Förster, der den Wald bewirtschaftet.

"Der Hobbyjäger ist für mich ein Jäger so wie ich einer bin. Ich mache das hauptberuflich und stecke noch ein bisschen mehr Zeit da rein."
Rupprecht Walch, Berufsjäger

Auch ein Freizeitjäger muss eine Jägerprüfung machen, die inzwischen in Deutschland in einem dreiwöchigen Kurs absolviert werden kann.

"Inzwischen sind es viele junge Leute die einen Jagdschein machen. Es gibt in Deutschland rund 350.000 Jäger und Jägerinnen."
Rupprecht Walch, Berufsjäger

Der Jäger füttert das Wild im Winter, er richtet Wildäcker her, er pflanzt und pflegt Hecken und rettet Jungwild. "Das sehen die Leute, die schlecht von der Jagd sprechen, oftmals nicht", sagt Rupprecht Walch. Seine Aufgaben sind sehr saisonal. Wildäcker und Wildäsungsflächen müssen bestellt werden und im Frühjahr werden Hasen gezählt.

"Was gibt es Schöneres, als rauszugehen, das Tier zu sehen, es aus der Natur zu entnehmen und es selber zu zerlegen - und sich dann ein Steak so zuzuschneiden wie man es haben will."
Rupprecht Walch, Berufsjäger

"Der Jäger schießt ja nicht blind drauf los, wie viele meinen", betont der Jagdprofi. Im Frühjahr und im Herbst fahren die Jäger die Wälder mit Scheinwerfer ab - mit zwei Mann, einer fährt einer leuchtet - dann wird gezählt. So kann Rupprecht Walch den Bestand ermitteln. Die Verluste durch den Winter, den Fuchs oder den Straßenverkehr werden abgezogen. Was übrig bleibt, darf gejagt werden. Wenn nichts übrig bleibt, dann jagen die Jäger auch nicht, sagt er.

"Das ist kein blindes Drauflosgeschieße."
Rupprecht Walch, Berufsjäger

Jäger sind staatlich auch dazu gedrängt ihren Abschuss zu erfüllen, betont Rupprecht Walch. Der Berufsjäger bemängelt, dass die Forderung der Politik dazu führen, "dass alles über den Haufen geschossen wird" und die Jagdzeiten immer länger sind.

"Wir sind nicht nur Jäger, sondern auch Tierschützer."
Rupprecht Walch, Berufsjäger

Zurzeit ist Rupprecht Walch morgens ab vier Uhr mit einer Drohe mit Wärmebildkamera unterwegs. Auf den Feldern spürt er mit einem Freund Rehkitze auf und rettet sie vor den Mähmaschinen. Danach informiert er die Landwirte, dass gemäht werden kann. Das machen in ganz Deutschland auch die Hobby- und Freizeitjäger - ohne die es nicht gehen würde, sagt Rupprecht Walch.