Was tun, wenn ein Schiff in einen Sturm gerät? Ruhe bewahren und das Schiff ruhigstellen, rät ein erfahrener Kapitän.

Japan droht Ungemach, denn einer der gewaltigsten Taifune seit Jahrzehnten kommt auf die japanische Inselkette zu. Die nationale meteorologische Behörde gab für das südjapanische Urlaubsparadies Okinawa die höchste Alarmstufe aus.

Soweit die Situation an Land. Was aber passiert auf dem Wasser? Ozeanriesen in Seenot oder in stürmischer See, diese Bilder gibt es zuhauf im Netz. Was geschieht auf See, welche Entscheidungen trifft der Kapitän auf der Brücke, wenn ein Taifun aufzieht?

Grundsätzlich gilt: Gute Vorbereitung ist alles. Das heißt, die Besatzung eines Schiffes weiß, in welchen Regionen mit Stürmen zu rechnen ist, erzählt Thomas Böcker, Kapitän und Dozent an der Hochschule Wismar.

Gute Vorbereitung ist alles

Was noch dazukommt: Die Wetterprognosen sind mittlerweile sehr exakt. Durch gezielte Berechnungen versuche die Crew, dem Sturm aus dem Wege zu gehen.

Auf der anderen Seite gelte weiterhin: Zeit ist Geld. Gerade bei großen Containerladungen sind die Schiffe an einen engen Zeitplan gebunden. Umwege von 200 bis 300 Seemeilen würden aber in Kauf genommen, um das Schiff und die Ladung nicht zu gefährden.

"Die Angst darf nicht Oberhand gewinnen."
Thomas Böcker, Kapitän und Dozent an der Hochschule Wismar

Und was ist zu tun, wenn es doch passiert? Wenn ein Schiff in einen Taifun gerät? Das erste Bestreben: Das Schiff ruhigstellen, sagt Thomas Böcker. Es müsse in eine Lage versetzt werden, in der die Bewegungen minimiert werden. Das Schiff darf nicht quer stehen. Wie das geht? Den Wind bei 20 bis 30 Grad von der Seite nehmen und langsam dagegen andampfen. Eine andere Möglichkeit: quer zur See legen - die natürliche Lage, wenn die Maschine ausfällt.