Jason Barnes ist Skater-Punk. Er trägt schwarz, Skinny-Jeans und vor allem die coolste Arm-Prothese der Welt. Damit kann er Schlagzeug spielen und als Cyborg-DJ auflegen.

Wer bei einem Unfall ein Arm oder ein Bein verliert, der brauchte irgendeinen Ersatz. Und diese Prothesen waren (und sind) oft eher hässlich und vor allem können sie kaum das verlorene Körperteil wirklich ersetzen. Allerdings verändert sich seit einigen Jahren etwas: Prothesen werden immer besser.

Drummer, DJ, Prothesenträger

Ein Beispiel dafür ist der amerikanische Musiker Jason Barnes. Der 32-Jährige sieht aus wie ein Skate-Punk, mit Trucker Cap und schwarzen Röhrenjeans. Jason spielt Schlagzeug und er legt als DJ auf – obwohl er keinen rechten Arm hat, sondern eine Prothese. Vor vier Jahren verlor er seinen Arm bei einem Arbeitsunfall. Als Ersatz bekam er eine High-Tech-Prothese, die aus einem Gehäuse besteht, das an seinem Armstumpf am Oberarm befestigt ist. Darin sind Batterie und Technik versteckt. "Das Ganze sieht aus wie die Arme der skelettartigen Kampfroboter in den Terminator-Filmen", sagt Reporter David Donschen.

Highlights sind die fünf feingliedrigen Finger, die Jason wie bei einer echten Hand krümmen kann. Gesteuert wird die Hand über EMG-Sensoren, die die Muskelaktivität im Oberarm messen und seine Hand steuern. Je nachdem, wie Jason die Muskeln im Oberarm anspannt, reagiert die Hand mit verschiedenen programmierten Griffen.

Einziger - und riesiger - Nachteil: Die Armprothese, die Robotikforscher der Georgia Tech entwickelt haben, kostet rund 100.000 Euro. Jason hat sie in einer Fernsehshow geschenkt bekommen. Sonst hätte er sich das nicht leisten können. Immerhin: Mit der Prothese ist er der schnellste menschliche Drummer der Welt.