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Du bist, was du trägst – nach einer neuen US-Studie gilt das zumindest für Menschen, wenn sie uns auf den ersten Blick beurteilen. Schon Sekundenbruchteile reichen aus, um beispielsweise als kompetent oder weniger fähig eingestuft zu werden. Gut zu wissen für unseren Job und das Vorstellungsgespräch.

Wie sehr lassen wir uns bei der Beurteilung anderer von deren Klamotten beeinflussen? Das Ergebnis einer US-Studie der Princeton University ist da ziemlich eindeutig: sehr stark. Vor allem beim ersten Eindruck, den wir von jemandem gewinnen.

"Reich wirkende" Klamotten gleich fähig und kompetent

Für ihre Untersuchung sollten Probanden die Gesichter von Menschen anschauen und einschätzen, für wie fähig und kompetent sie die Personen halten. Per Bildbearbeitung haben die Forschenden dafür die Gesichter mit einer bestimmten Oberkleidung kombiniert – und zwar jeweils mit Klamotten, die eine Jury vorher als eher arm und als eher "reich wirkend" beurteilt hat. Das Ergebnis: Personen mit eher "reich wirkenden" Klamotten werden in mehr als 80 Prozent der Fälle als fähiger und kompetent eingestuft.

"Die Probanden haben nämlich ein und dasselbe Gesicht in mehr als 80 Prozent der Fälle als fähiger eingestuft, wenn eben die reiche Kleidung mit diesem Gesicht kombiniert war."
Johannes Döbbelt, Deutschlandfunk Nova

Bewertung nach Klamotten in nur 0,1 Sekunden

Was aber vor allem überrascht, ist die Geschwindigkeit, in der das Ganze passiert, meint unser Reporter Johannes Döbbelt. Schon 0,1 Sekunden waren den Probanden genug für eine Beurteilung. Laut den Forschern reicht die Sekunde eigentlich gerade mal dafür, um zu realisieren, dass man überhaupt ein Gesicht gesehen hat.

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Interessant ist auch, dass die meisten Probanden die Gesichter mit eher reichen Klamotten auch dann mit mehr Kompetenz in Verbindung gebracht haben, als sie aufgefordert waren, nicht auf die Kleidung zu achten.

Bewerbungsgespräch: Im Zweifel lieber zu schick anziehen

Wenn wir uns streng an die Studienergebnisse halten, dann gilt für das Bewerbungsgespräch: Im Zweifel lieber etwas zu schick anziehen als zu locker und leger – auch wenn das immer ein wenig vom Job und der Branche abhängt.

Wer in einer Bank arbeiten will, für den sei die Krawatte beim Mann und Kostüm oder Hosenanzug bei der Frau Pflicht, rät auch die Karriere-Plattform "Absolventa". Wer dagegen in einem Medienberuf arbeiten will, der könne die Krawatte weglassen und vielleicht statt der Anzughose eine schlichte Jeans oder Chino-Hose tragen.

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Frauen wird empfohlen, dann eine gute Hose mit einer Bluse oder einem Blazer zu kombinieren. Wenn es dann mit der Arbeit losgeht, sind die Regeln ähnlich wie beim Bewerbungsgespräch. Im besten Fall habe man sich im Vorfeld schon nach den Gepflogenheiten erkundigt, rät der Jobcoach Josef Albers. Ansonsten gelte: Lieber overdressed als im zu knappen Rock erscheinen.

"Einfach mal fragen, wie sind denn eure Gepflogenheiten. Im Zweifel, wenn man es wirklich nicht weiß, dann lieber ein bisschen overdressed als den Rock zu kurz."
Josef Albers, Jobcoach

Männern sollten lieber schicke Lederschuhe als die ausgetreten alten Sneaker anziehen. Und wenn man feststellt, hier laufen alle total locker rum, "dann kann man ja am zweiten Arbeitstag direkt umswitchen", meint unser Reporter Johannes Döbbelt.

Ihr habt Anregungen, Wünsche, Themenideen? Dann schreibt uns an Info@deutschlandfunknova.de

Shownotes
Job und Bewerbungsgespräch
Klamotten: 0,1 Sekunden machen den ersten Eindruck
vom 23. Dezember 2019
Autor: 
Johannes Döbbelt