John lebt in Deutschland. Schon 2016 unterstützte er den Wahlkampf der US-Demokraten in den USA. Auch diesmal steht er auf der Seite der Demokraten - und hofft auf Joe Biden. An Trump kann er selbst mit Mühe nichts Gutes finden.

Es gibt viele Menschen auf der ganzen Welt, die hoffen, dass Donald Trump im November nicht erneut zum US-Präsidenten gewählt wird. Einer davon ist John Grosser. John ist 21 Jahre alt, hat die deutsche und US-amerikanische Staatsangehörigkeit, lebt in Deutschland und unterstützt von hier aus die Demokratische Partei. Er sagt: "Mir fällt nichts ein, was Trump inititativ umgesetzt hat, das gut fürs Land war."

Über tausend Telefonate geführt – wegen der Zeitverschiebung nachts

Johns größtes Engagement für die amerikanische Politik hat er vor vier Jahren aufgebracht, als es darum ging, wer als Gegenkandidat zu Donald Trump für die Demokraten ins Rennen geht.

John hat damals Bernie Sanders unterstützt und viel telefoniert. Genauer gesagt: Er hat über tausend Telefonate aus Deutschland in die USA geführt und versucht, noch nicht entschlossene Wähler davon zu überzeugen, bei der Vorwahl für Sanders zu stimmen.

Amerikaner bekommen viele ungefragte Anrufe

Das war einerseits schwierig, weil viele Menschen in den USA sowieso häufig angerufen werden, auch von Telefonrobotern, um von einer Dienstleistung oder einem Produkt überzeugt zu werden. Viele hatten also schlicht keine Lust auf weitere Belästigungen. Andererseits ist den Amerikanern das Konzept bekannt, am Telefon über eine politische Wahl und Kandidaten zu sprechen, sagt John.

"Dieses Jahr geht es den allermeisten Demokraten darum: Wir wollen einen Gewinner! Wir wollen jemanden, der Trump schlagen kann."
John Grosser, US-Demokrat, lebt in Deutschland

In diesem Jahr stünden die Vorzeichen auf Demokratischer Seite anders als noch im vergangenen Wahlkampf, sagt John. Vor allem ginge es der Partei darum, die Präsidentschaft Trumps abzulösen. Aus diesem Grund unterstützten sich die Kandidaten der Demokraten gegenseitig. John selbst hofft im Wahlkampf jetzt auf Joe Biden und sagt: "Ich fand es gut und richtig, dass die anderen Kandidaten, inklusive Sanders, relativ schnell rausgegangen sind."

"Trump konnte immer sagen: Ich werde das fixen. Jetzt sieht man, er kann es nicht. Es ist viel, viel schwieriger, als er dachte."
John Grosser, US-Demokrat, lebt in Deutschland

Trumps Ausgangslage sei dieses Mal eine schlechters als noch vor vier Jahren, meint John. Damals habe er sich einfach hingestellt und behauptet, dass er die Probleme des Landes löse. Heute sei klar, dass er viele Probleme nicht gelöst habe.

Die Corona-Krise spielt den Demokraten in die Hände

Joe Biden könne jetzt am meisten dadurch profitieren, nichts zu tun, denkt John. Trump stehe durch die Corona-Krise schlecht da, je mehr man ihn daher als schlechten Krisenmanager im Fokus der Öffentlichkeit belasse, umso besser für die Demokraten.

Zurzeit hat John seine politischen Aktivitäten zurückgefahren, er studiert Politikwissenschaften und Soziologie. Er kann sich aber vorstellen, später wieder aktiver zu werden. Nur in den USA leben möchte John nicht. Dabei findet er das politische System dort auf eine spezielle Weise interessanter als das deutsche: "Egal, wer hier Kanzler wird, das Land wird nicht untergehen. Das ist in den USA anders."