Donald Trump ist erst ein halbes Jahr im Amt, aber das Chaos und die Skandale reichen schon mindestens für eine gesamte Amtszeit. An diesem Montag (31.07.) soll sich für den US-Präsidenten endlich etwas ändern. John Kelly wird neuer Stabschef im Weißen Haus. 

Ein Vier-Sterne-General soll als Nachfolger des glücklosen Reince Priebus endlich für Ordnung im Weißen Haus sorgen. Kein einfacher Job, denn Donald Trump verfolgte im Weißen Haus bislang eine Politik der offenen Tür. Im Oval Office gaben sich interne und externe Berater die Klinke in die Hand. Enge Mitarbeiter Trumps führen in aller Öffentlichkeit einen erbitterten Machtkampf. 

Diesem Machtkampf fiel auch Reince Priebus zum Opfer. Eine entscheidende Rolle spielte dabei offenbar Trumps neuer Kommunikationschef Anthony Scaramucci. In einem Telefongespräch mit einem Journalisten soll er Pribus als "fucking paranoiden Schizophrenen" bezeichnet haben, schreibt der New Yorker. Außerdem habe Pribus der Presse vertrauliche Informationen zugespielt. Der damalige Stabschef hatte versucht, die Ernennung Scaramuccis zu verhindern. Zu den wichtigsten Aufgaben des Stabschefs im Weißen Haus gehört es, den Zugang zum Präsidenten zu regeln und dessen politische Prioritäten festzulegen. 

Viele Beobachter sind skeptisch, ob John Kelly in dieser schwierigen Gemengelage der richtige Mann für den Job ist. Auch weil er zu wenig Regierungserfahrung habe und in Washington bislang nicht besonders gut vernetzt sei. Kellys neuer Chef sieht das ganz anders. Kelly sei ein großartiger Amerikaner und Anführer und habe als Heimatschutzminister einen "spektakulären Job gemacht", lobte Donald Trump auf Twitter. John Kelly sei ein "echter Star" seines Verwaltungsapparats. 

Ob er mit diesem Star gut zusammenarbeiten wird, muss sich noch zeigen. Im Gegensatz zum impulsiven Donald Trump, soll der langjährige Soldat John Kelly Zucht und Ordnung schätzen, schreibt die Nachrichtenagentur dpa. Der knallharte Konservative hatte zuletzt das Heimatschutzministerium Homeland Security geleitet, als erster Zivilist. Zu seinen wichtigsten Themen gehört die Grenzsicherung. Einige Beobachter gehen deshalb davon aus, dass Trump mit der Ernennung von Kelly die Themen Einwanderung und Außengrenzen wieder in den Mittelpunkt rücken will. Auch, um von peinlichen Niederlagen bei innenpolitischen Themen, wie der Gesundheitsreform, abzulenken. 

Ungemütlich könnte es für Trumps Kommunikationschef Anthony Scaramucci werden. Er berichtete zuletzt direkt an Donald Trump und umging den Stabschef. Beobachter halten es für unwahrscheinlich, dass sich John Kelly das bieten lässt. Als ehemaliger Soldat gilt er als Freund klarer Befehlsketten.