Josephine ist eine schwarze Deutsche und hat einen weißen Freund. Ihr war klar: Rassismus wird auch in ihrer eigenen Beziehung ein Thema.

Wenn Josephine unterwegs ist, muss sie ständig damit rechnen, dass etwas passiert. Es können saudumme Sprüche („Leute wie Du gehören an die Wand gestellt“) oder physische Übergriffe sein. Fast egal, wo sie unterwegs ist, benötigt sie erhöhte Aufmerksamkeit: auch in Berlin. 

Dort kämpft Josephine zum Beispiel dafür, dass im Wedding Straßen umbenannt werden, die immer noch an koloniale Größen erinnern. Auch dabei stößt sie immer wieder auf Widerstand. Josephine hat sich lange mit der Kolonialgeschichte Afrikas beschäftigt und leitet heute zusammen mit einer Kollegin das Institut für diskriminierungskritische Bildung. "Rassismus geht uns alle an. Denn wir sind in Deutschland rassistisch sozialisiert", sagt sie. Eine Botschaft, die viele Menschen nicht gerne hören.

"Ich würde das N-Wort nicht sagen."
Josephine Apraku

Auch ihr Freund wollte zunächst nicht ganz glauben, dass Rassismus ein Thema in ihrer Partnerschaft werden würde. Dann kamen die ersten gemeinsamen Familienbesuche. Und Josephine bekam die leider sehr typischen Sprüche zu hören: „Du sprichst aber gut Deutsch“ („ist ja anerkennend gemeint!“). Als sie mit einer Tante ihres Freundes einen Raum voller Instrumente betritt, hat die Tante eine Idee – denn bei den Instrumenten liegt auch eine Trommel: Ob Josephine nicht allen was vortrommeln könnte. Eine Herausforderung, für sie und ihren Freund. "Es ist als schwarze Person nicht mein Job, das anzusprechen und zu regeln – das muss er machen." Zusammen mit ihrem Freund hat sie vor Kurzem ein Streitgespräch im Missy Magazine dazu veröffentlicht. 

Wer Rassismus ansprechen muss – und wer nicht

In Eine Stunde Talk erzählt Josephine, wie sie Rassismus in ihrer Partnerschaft besprochen hat, wie tief in Deutschland der Rassismus sitzt und ob man das N-Wort aussprechen darf.