Wenn Politiker mit jungen Leuten ins Gespräch kommen wollen, geht das häufig schief. Doch das muss nicht sein, meint die Journalistin Mareike Nieberding. Sie will, dass die junge Generation mehr Gehör findet, statt von oben herab behandelt zu werden.

Wenn LeFloid die Bundeskanzlerin interviewt, wenn der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert in einer Talk-Show mit "Herr Kleinert" angesprochen oder gleich geduzt wird – oder wenn der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor auf Rezos Rant antworten will: Irgendwie scheint da die Kommunikation schief zu laufen.

"Greta Thunberg verändert mit einem Schild die ganze Welt!"
Journalistin Mareike Nieberding

"Für viele Politikerinnen und Politiker gilt immer noch das Senioritätsprinzip", sagt Mareike Nieberding: Wer länger dabei und älter ist, hat mehr zu sagen. Nieberding hat gerade einen politischen Aufruf verfasst: "Verwende Deine Jugend", heißt er. Sie will dafür sorgen, dass Jugendliche sich über Politik austauschen und Gehör finden, statt ignoriert oder von oben herab behandelt zu werden. "Der Blick zu den Jüngeren fühlt sich nicht wertvoll an", bemängelt sie.

"Ich hatte vergessen, mit welchem heiligen Ernst Jugendliche debattieren."
Journalistin Mareike Nieberding

Als Donald Trump 2016 zum Präsidenten der USA gewählt wird, hat Mareike Nieberding genug: "Ich habe nicht geglaubt, dass so jemand wirklich Präsident werden kann. " Im Sommer zuvor hatte sie in den USA als Journalistin gearbeitet und mehrere Wahlkampf-Veranstaltungen Trumps besucht. Direkt nach der Wahl gründete sie die Jugendbewegung "Demo", um mit jungen Leuten über Politik ins Gespräch zu kommen.

"Die Politik ist jugendverdrossen. Und die jungen Leute sind parteienverdrossen."
Journalistin Mareike Nieberding

In "Eine Stunde Talk" erzählt Mareike Nieberding, welche Erfahrungen sie mit "Demo" gemacht hat, was Parteien tun können, um junge Leuten wirklich ernst zu nehmen, und warum sie lange Zeit eine faule Optimistin war.