Zwischen Muslimen und Juden kommt es oft zu Gewalt. Das Projekt des Zentralrats der Juden "Schalom Aleikum" soll Vorurteile abbauen und zum interreligiösen Dialog einladen.

Das Projekt "Schalom Aleikum. Jüdisch-muslimischer Dialog" ist vom Zentralrat der Juden ins Leben gerufen worden. Ziel ist es, Muslime und Juden dazu zu bringen, miteinander zu reden. Und zwar quer durch alle Generationen. So soll verhindert werden, dass Antisemitismus überhaupt erst entsteht.

Weniger Gewalt durch Dialog

"Schalom Aleikum" ist dabei die Zusammensetzung aus der jüdischen Begrüßung "Schalom" und der muslimischen "Salam Aleikum".

Claudia van Laak hat an einem Workshop dieses Projekts "Schalom Aleikum" teilgenommen und mit den Menschen beider Religionen geredet. Alle fanden es wichtig, in den Dialog zu treten, weil sie darin den Weg sehen, Gewalt zu beenden.

"Sowohl Muslima als auch Juden sind für den Dialog und Austausch. Sie sagen: 'Wir müssen mehr miteinander reden, damit wir weniger Gewalt haben'."
Claudia van Laak, Deutschlandfunk Nova

In dem Workshop, den Claudia von Laak besucht hat, ging es unter anderem darum, Entwürfe und Ideen für einen Erklärfilm zu sammeln, indem es um die Frage geht, warum es wichtig ist, dass Muslime und Juden in Deutschland mehr miteinander reden. Die Teilnehmenden waren vor allem Youtuber und Bloggerinnen.

Workshopteilnehmer können Erkenntnisse in die Gemeinden weitertragen

Zwar sind diejenigen, die zu einem solchen Workshop kommen, eh von vorneherein gesprächsbereit und offen für Austausch, gibt Claudia van Laak zu bedenken, trotzdem seien sie wichtig, weil sie im besten Fall Multiplikatoren sind. Die Chance für das Projekt, erfolgreich zu sein, ist es, dass die Workshopteilnehmer und -teilnehmerinnen in ihre Gemeinden gehen, und die Gedanken und Erkenntnisse dort weiter tragen.

Leicht wird es aber wohl nicht werden, Vorurteile abzubauen und die Bereitschaft zum Dialog zu stärken, denn in den jeweiligen Gemeinden – ob jüdisch oder muslimisch – gibt es Vorbehalte. Insbesondere bei jüdischen Gemeinden, sagt Claudia van Laak, weil sich die Menschen hier eher angegriffen fühlten. "Überspitzt gesagt heißt es von dort: Wieso sollen wir mit denen reden, die uns bespucken?"

"Von der jüdischen Gemeinde heißt es etwa: Wenn wir uns in den Klassenzimmern umgucken, werden jüdische Kinder von muslimischen gemobbt und nicht umgekehrt."
Claudia van Laak, Deutschlandfunk Nova