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Die Bevölkerung in Deutschland ist eine der ältesten der Welt. Was bedeutet das für unsere Zukunft, unser Zusammenleben und unsere Sozialsysteme? Ein Vortrag vom Soziologen Norbert F. Schneider.

Wenn es in unserer Gesellschaft viele alte Menschen gibt, die nicht mehr arbeiten, kann der Sozialstaat dann noch funktionieren? Für den Soziologen Norbert F. Schneider ist es nicht so entscheidend, wie die Bevölkerung zusammengesetzt ist. Denn so etwas wie einen demografischen Normalzustand gibt es nicht, sagt Schneider.

Auch ist nicht alles, was wir zur Zeit in der Bevölkerungsentwicklung erleben, historisch neu oder einmalig. Wie Bevölkerungen zusammengesetzt sind, ändere sich ständig, sagt Schneider. Ein Idealzustand exisitiere nicht. Deshalb müssen Veränderungen auch nicht bedrohlich sein.

"Nicht die Größe einer Bevölkerung bestimmt über deren Zukunft, sondern das Handeln ihrer Mitglieder."
Norbert F. Schneider, Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung

Die Altersentwicklung in Deutschland zum Beispiel muss uns nicht beunruhigen, solange wir sie nicht einfach ignorieren.

In seinem Vortrag erklärt Norbert Schneider, wie sich Deutschland in den kommenden Jahren demografisch entwickeln wird und was das für unsere Zukunft bedeutet.

"Entscheidend ist nicht, wie viele Menschen im erwerbsfähigen Alter sind, sondern wie viele Menschen erwerbstätig sind."
Norbert F. Schneider, Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung

Die Zahl der Menschen im erwerbsfähigem Alter nimmt in Deutschland ab. Das klingt zunächst einmal besorgniserregend. Schließlich heißt das, es gibt weniger Menschen, die arbeiten können.

Demografische Entwicklung gefährdet nicht unbedingt unseren Wohlstand

Gefährdet das unsere gesellschaftlichen Institutionen, unsere Altersvorsorge und Krankenversicherung? Nicht unbedingt. Denn es gibt zwar weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter, aber nicht weniger Menschen, die tatsächlich arbeiten. Unter all denen, die arbeiten können, ist der Anteil derer, die auch tatsächlich arbeiten, nämlich deutlich höher als früher.

Norbert F. Schneider ist Soziologe und Direktor des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden. Sein Vortrag hat den Titel "Bedrohter Wohlstand. Perspektiven der demografischen Entwicklung". Er hat ihn am 8. Dezember 2020 als Online-Vortrag für die Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main gehalten, im Rahmen der Vortragsreihe "Mensch - Gesellschaft".