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Männer weinen nicht? Doch das tun sie, sagt Jugendtrainer Rick und klärt uns über das Unterdrücken und Freilassen von Emotionen auf.

Dass Weinen irgendwie uncool ist, bekommen vor allem Männer meist schon im jungen Alter von der Gesellschaft eingeimpft. Das weiß auch Rick, der in Wien als Trainer im Bereich der gendersensiblen Jugendarbeit tätig ist.

Im Gespräch erinnert sich Rick daran, wie er das letzte Mal selbst geweint hat. "Ich hatte mit meiner Mutter telefoniert, die schon ein bisschen älter ist, Risiken hat und noch keinen Termin für die Covid-Schutzimpfung bekommen hat. Das hat mich fertiggemacht."

Männlicher Tränenstau

Weinen könne sich befreiend anfühlen. Doch auch bei Rick hat sich diese Erkenntnis erst mit der Zeit entwickelt. Als Kind habe er wie alle Kinder viel geweint. In der Pubertät sah das dann anders auch. "Es wurde mir viel durch mein Umfeld abgewöhnt", erinnert er sich.

"Unser Fußballtrainer hat uns gesagt, dass Jungs nicht heulen."
Rick Reuther, Jugendtrainer, rät Jungs Gefühle zuzulassen

Dadurch haben Rick und andere Jungs in seinem Alter sich früher das Weinen abgewöhnt. "Es galt als uncool", erzählt er weiter. Sobald dem kleinen Rick damals dann doch die Tränen in die Augen schossen, hat er sich meist schnell in der Schultoilette eingesperrt. Um seine Gefühle vor den anderen zu verstecken. Heute glaubt er, dass später auch der Konsum von Alkohol ein Mittel gewesen sei, um belastende Emotionen zu unterdrücken.

Wieso soll weinen uncool sein?

Mittlerweile hat sich Rick intensiv damit beschäftigt, wie stereotypische Geschlechterrollen entstehen. Was ihm auch geholfen hat: "Der Umgang mit Freunden und Freundinnen, die da einen anderen Zugang zu hatten." Rick sei mit der Zeit klar geworden, dass es ihm besser ging, als er seine Gefühle offen ausgelebt und erlebt hat. Einfach war das nicht immer.

"Sicher gab es Situationen, wo ich mir im Nachhinein gedacht hätte, hätte ich ein Pokerface gemacht, dann wäre die Situation ruhiger und geschützter verlaufen."
Rick Reuther, Jugendtrainer, rät Jungs Gefühle zuzulassen

So versucht Rick in seiner sozialen Arbeit Jugendliche für Emotionen zu sensibilisieren. Dafür reicht ihm manchmal schon eine simple Frage: "Warum sollte es okay sein, Freudentränen zu haben, wenn man ein Spiel gewinnt, aber verpönt sein zu weinen, wenn man verliert?"

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