Europas größter Käsetest hat uns inspiriert: Wir haben Käse selbst gemacht. Das ist nicht kompliziert, aber viel Arbeit. Wobei: Eine Käsesorte geht ganz schnell.

1500 Käse- und Frischkäseprodukte beurteilen 160 Prüfer der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft derzeit in Trier - das ist somit der größte Käsetest Europas. Da haben wir uns gedacht: Wir machen mit! Und reichen unseren selbst hergestellten Käse ein.

Na gut, konkurrenzfähig sind unsere Käse noch nicht. Aber: Deutschlandfunk-Nova-Reporter Christian Schmitt hat es tatsächlich geschafft, mit Null Kenntnissen und einem Abend und einer Nacht Zeit, drei verschiedene Käsesorten herzustellen. Das hat Spaß gemacht, sagt er. Trotzdem: "Das war ein Arsch voll Arbeit."

Christian Schmitt mit je einem Käseteller in jeder Hand
© Deutschlandfunk Nova

Drei Käsesorten haben wir im Studio gezaubert. Einen für Faule, einen für Ambitionierte und irgendwie eine Mischung aus beiden.

Für Ambitionierte

Wer es ernst meint, sollte sich an Fachhändler im Internet wenden. Da gibt es fertige Sets mit allen Zutaten und Gerätschaften. Einen Bergkäse herzustellen ist kompliziert und dauert Wochen. Wer einen halben Tag frei hat, kann - so wie wir - einen Feta machen. Dazu braucht ihr Kuhmilch, Lab, Mikrokulturen und Kalziumchlorid.

Ein Thermometer ist Pflicht, denn bei genau 37 Grad müssen die Zutaten zugegeben werden, damit sich die Milch in fest und flüssig trennt. Den Käsebruch schneidet ihr in feine Brocken, dann wird alles in einem Sieb gepresst. Nach etwa sechs Stunden habt ihr etwas Essbares.

Überschaubarer Aufwand

Ein bisschen einfacher geht der indische Hüttenkäse. Der Paneer ist nichts anderes als aufgekochte Milch, die mit Zitronensäure oder Essig getrennt wird. Wenn ihr alles durch ein Küchenhandtuch abgießt und die festen Bestandteile über Nacht hängen lässt, entsteht ein halbfester Käse. In Würfel schneiden, anbraten, fertig!

Schnell und einfach

Für die ganz Faulen gibt es arabischen Labneh. Das ist irgendwas zwischen Quark und Frischkäse. Dazu schüttet ihr einfach Joghurt (je mehr Fett, desto besser) in ein Nudelsieb. Eine Prise Salz hilft, dass mehr Flüssigkeit abtropft.

Nach einer Nacht im Kühlschrank habt ihr einen streichbaren Frischkäse, der sich zu Kügelchen formen und in Olivenöl einlegen lässt. Das hält sich dann mindestens zwei Monate - so könnt ihr auch Joghurt retten, der vom Mindesthaltbarkeitsdatum bedroht ist.