Schluss mit Macchiato-Dingsbums. Denn beim Wettkampf der Kaffeebrüher wird der beste Filterkaffee gekürt. Mit schnödem Automatenkaffee hat das aber rein gar nichts zu tun.

Beim "Brewer's Fun Cup" trafen in Berlin Profi-Baristas auf Hobby-Brüher, um den besten Filterkaffee zu küren. Allerdings nicht das lasche Automatengebräu, das man aus Bürokantinen kennt, sondern ganz eigene Kreationen aus ausgefeilten Brühtechniken. 18 Teilnehmer aus Deutschland, Estland, Tschechien und anderen Ländern traten beim Kaffee-Festival an. Natürlich bestens präpariert mit Bohnen, Filtern und Kaffee-Knowhow.

Lnks eine junge Frau mit eigener Kaffeekonstruktion, rechts sieht man einen komplizierten Aufbau mit Kaffeefilter
© Charlotte Gerling | DRadio Wissen
Mehr als nur auf den Knopf der Maschine drücken: Keit aus Estland hat wie viele Teilnehmer ihre eigene Konstruktion mitgebracht. Jeder hat seine Brüh-Technik zudem verfeinert, auch mit Zutaten aus Tee und Früchten.

Sechs Minuten Zeit blieben den Teilnehmern, um ihre Kaffeemischung durch die zum Teil selbst gebauten Filter-Konstruktionen zu schleusen. Keit aus Estland hat dazu ein elegantes Gestell aus Holz, Stahl und Glastrichtern mitgebracht. Im ersten Filter ihrer Konstruktion passiert das Wasser das Kaffeepulver, im zweiten getrockenetes Fleisch der Kaffeekirsche. "Freestyle Brew Up" heißen diese kreativen Mischungen, bei denen auch Zutaten wie Tee oder Zucker erlaubt sind.

"I think the main thing is to get good, quality beans. Because otherwise it's no point to drink coffee if you don't know where the bean comes from, who roasted it, what is in it. You have to know the whole story."
Keit aus Estland, Teilnehmerin beim Brewer's Fun Cup

Kaffee-Nerds sind die Teilnehmer alle: Anbaugebiete, -herstellung oder -equipment haben sie verinnerlicht, um das Beste aus den Bohnen herauszuholen. Zum Beispiel Geschmacksnoten aus Johannisbeeren und süßem Rhabarber. Auch die Brüh-Technik spielt eine große Rolle: in welcher Geschwindigkeit und Temperatur wird das Wasser zugeführt? Mit welchem Druck wird der Kaffee gedrückt? Und dann gibt es noch Spezialisten-Tricks. Bark, Barista aus Amsterdam, setzt für den letzten Schliff darauf, die fertige Mischung in ein Glas mit Eiswüfeln zu gießen. Für den richtigen Geschmack sollen die puren Bohnen sorgen - und die müssen einfach besonders gut sein.

“First of all, life is too short to drink bad coffee”
Bark, Kaffee-Barista aus Amsterdam

Das Finale gewonnen hat übrigens keiner der Kaffee-Profis, sondern der Student Brian mit einer ganz puristischen Kombination aus Wasser und Bohnen. Ob sein Kaffee schmecken würde, wusste er vorher nicht genau. "I had absolutely no idea I would win because I am the only one who drinks my coffee so I didn't know it was good."