Die Spannungen während des Kalten Krieges waren bedrohlich - die Nuklearwaffen-Arsenale riesig. Dass kein dritter Weltkrieg ausbrach, wird auch der Entspannungspolitik zugeschrieben: Mit diplomatischen Mitteln Eskalation verhindern.

Mehr als 40 Jahre dauerte die Phase des sogenannten Kalten Krieges, in der sich die USA und die Sowjetunion mit ihren jeweiligen Verbündeten in einer Art Dauerkrise gegenüberstanden. Nach dem zweiten Weltkrieg zerfiel die Welt in zwei Lager.

"Beide Seiten hatten einen universellen Anspruch: Sie wollten die ganze Welt nach ihren Vorstellungen formen."

Besonders prägend für diese Zeit war die Aufrüstung mit Nuklearwaffen auf beiden Seiten.

"Das Atomwaffenarsenal und die Reichweiten der Raketen waren derartig gewachsen, dass eine atomare Auseinandersetzung die weitgehende Selbstauslöschung der Menschheit bedeuten konnte."

Einen solchen kalten Krieg, so der Historiker Bernd Rother, konnte man nicht mit den üblichen Mitteln der Friedensbildung beenden. Doch die Entspannungspolitik, die ab den 1960er-Jahren etwa ein Jahrzehnt die Ost-West-Politik beherrschte, wollte das Dilemma lösen. 

Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Gespräche

Durch Gespräche und Verhandlungen sowie begleitet durch wirtschaftliche Zusammenarbeit und eine Eindämmung der Rüstung sollte gegenseitiges Vertrauen entstehen. Zwar verlor diese Art der Politik in den 1970er-Jahren an Bedeutung und die Krise verschärfte sich wieder. Dennoch meint Rother, sie habe zur Beendigung des Kalten Krieges beigetragen.

"Eines der wichtigsten Ziele der Entspannungspolitik war, gegenseitiges Vertrauen zu schaffen."

Der Historiker Bernd Rother ist wissenschaftlicher Mitarbeiter sowie stellvertretender Geschäftsführer der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung. Seinen Vortrag "Entspannungspolitik im Kalten Krieg – ein Angebot zur Entschärfung des aktuellen Ost-West-Konflikts?" hat er am 7. Februar 2017 in der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky gehalten - im Rahmen einer Vortragsreihe zur Ausstellung "Der Kalte Krieg – Ursachen, Geschichte, Folgen".

"Eine Neuauflage der Entspannungspolitik setzt voraus, dass beiden Seiten der Sinn nach Entspannung steht."

Organisiert wurde die Ausstellung vom Berliner Kolleg Kalter Krieg und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Die begleitende Vortragsreihe zur Ausstellung wurde gemeinsam mit dem Hamburger Institut für Sozialforschung umgesetzt.

Der Hörsaal "Wer als Erster schießt, stirbt als Zweiter" beschäftigt sich mit den besonderen militärischen, politischen und psychologischen Aspekten von Nuklearwaffen. Und die Redaktionskonferenz geht dem Ost-West-Konflikt nach.

Mehr zum Kalten Krieg im Netz: